Reparaturen

Häufig werden mir Fragen gestellt, ob ich einen Korb oder ein Stuhlgeflecht reparieren kann. Es sei ja nur hier und da eine Weide gebrochen oder einige Fäden vom Stuhlgeflecht kaputt, welche ausgetauscht werden müssten.

So einfach ist es dann doch nicht. Ohne den Korb oder den Stuhl gesehen zu haben kann ich zu einer möglichen Reparatur keine zuverlässige Aussage treffen. Am einfachsten ist es für mich immer das Objekt direkt vor Ort oder aber wenigstens auf einem Foto zu sehen. Erst dann kann ich beurteilen ob eine Reparatur überhaupt möglich ist.

Was ich definitiv nicht repariere

Stuhlgeflechte aus Fertiggeflecht
Diese erkennt man daran, dass sich keinerlei Bohrlöcher am Stuhl finden lassen. Diese Art des Geflechts besteht aus Flechtmatten, die in einer Nut mit einem Peddigrohrsplint verkeilt und mit Leim verklebt sind.

Lackierte Körbe
Unabhängig davon ob billige Massenware oder fälschlicher Weise gut gemeint. Lack verklebt die Weiden miteinander und oft genug ist es auch das Einzige was den Korb zusammenhält. Zudem verhindert der Lack das unter Umständen für eine Reparatur erforderliche Einweichen der Weiden. Erkennen kann man lackierte Körbe am unnatürlichen Glanz und meist auch an Lacknasen an den senkrechten Aufsteller.

Ein handwerklich gut gemachter Korb aus Weiden braucht keine Lackschicht. Ein Weidenkorb ist ein Naturprodukt und bei richtiger Pflege kann er ein Leben lang halten.

 

Korbmarkt in Lichtenfels 2017

Nach zwei Jahren war es mal wieder soweit. Als Besucher wollte ich mich wieder mal in Lichtenfels auf dem Korbmarkt umschauen und nebenbei ein wenig Material einkaufen. Naja, das Wenige wird dann aber ganz schön teuer.

Das Wochenende begann schon am Freitag mit der Anreise und dem Einrichten auf dem Campingplatz. Und um sich einen Überblick zu verschaffen wer und was alles vor Ort ist ging es schnell in die Stadt. Wie gewohnt sind die besten und interessantesten Dinge rund um die Kirche zu entdecken. Viele Korbmacher aus ganz Europa sind angereist. Darunter auch einige neue Aussteller.

Ganz entgegen meiner sonstigen Schüchternheit kamen uns zwei Personen an der Kirche entgegen, die ich aus Facebook kenne, und ich lief mit ausgestreckter Hand auf die Beiden zu und sagte: „Hi Bill, I’m Katja Schyrer“. Zunächst etwas verdutzt kam dann der Aha-Effekt und Bill stellte seine Begleitung Heidi vor.
Bill ist mit einer 11-köpfigen Gruppe aus Amerika angereist. Er hat sich auf die Feinflechterei spezialisiert und Heidi ist seine Schülerin. Ein kurzer Smalltalk, dann haben wir uns für diesen Tag erst mal verabschiedet.

Das versprach also ein interessantes Korbmarkt-Wochenende zu werden. Zumal auch die Wettervorhersage stündlich immer besser wurde. Und der erste Tag verabschiedete sich mit einem grandiosen Sonnenuntergang am Main.

Korbmarkt Lichtenfels 2017

 

Der Samstag und Sonntag war dann geprägt von Sonnenschein, vielen Eindrücken und einer weiteren Bekannten, Rita, in den Menschenmassen  ausfindig machen konnten. Wir haben uns nämlich strategisch am Brunnen hingesetzt und geschaut wer so alles vorbei kommt. Wie ich aus den vielen Besuchern immer die Leute rauspicke, die ich kenne, weiß ich auch nicht. Es funktioniert einfach.

Weiter ging es über den Markt an den Ständen der Korbhändler vorbei. Einheits- und Massenware in hellbraun wohin man geschaut hat. Das ist wirklich nicht mein Ding. Also eine Runde um das Rathaus, wo die Schule für Flechtwerkgestaltung, die Landesinnung und  weitere Korbmacher, es heißt ja jetzt Flechtwerkgestalter, ihre Produkte angeboten haben. Wenigstens hier hatte man nicht das Gefühl von Massenwaren überrollt zu werden. Dann wieder hoch zur Kirche, zwischendurch was Essen. So haben wir zig Stunden damit verbracht allen in die Zelte zu schauen.

Auch so einige Flechtkurse haben wir uns angeschaut.  Einmal um einem Kollegen, den ich kenne, auf die Finger zu schauen. Aber auch um genau hinzuhören, wie die Kursleiter bestimmte Arbeitsschritte erklären. Interessant für jemanden wie mich, der ja selbst Flechtkurse gibt.

So ist die Zeit wie im Fluge vergangen und damit zwei Tage Korbmarkt. Auffallend war, daß eigentlich alle Aussteller, mit ganz wenig Ausnahmen, hautsächlich Rasseltechnik und Burkina Faso gezeigt haben.

3.9.2017 – Bauernmarkt in Bad Salzhausen

Der Aufbau für den Bauernmarkt fand bei Nebel und feuchter Wiese statt. Doch zum Glück entwickelte sich das Wetter zu einem Tag mit strahlendem Sonnenschein bei doch angenehmen Temperaturen. Und unsere Ecke wurde wieder in einen kleinen Garten mit Café umgewandelt. Kaffeerösterei, Gärtnerei und ich mit meinen Körben, wir konnten  uns nach Belieben ausbreiten und so wurde es mit Sonnenschein  wieder gemütliche eine Ecke zum Entspannen.

Anfangs lief der Markt schleppend an. Doch im Laufe des Tages kamen immer mehr Besucher und es sind doch einige Körbe verkauft worden. Mit dabei waren diesmal meine Engel. Obwohl Ralf meinte es sei noch viel zu früh sind doch einige verkauft worden. Schließlich gibt es in den Supermärkten schon das erste Weihnachtsgebäck zu kaufen. Warum sollten dann meine (B)Engel nicht auch über den Ladentisch wandern?
Drei Korb-Patienten zur Reparatur habe ich dann auch noch mitbekommen. Bei einem wird es allerdings schwierig werden den wieder zu reparieren, doch ich soll es unbedingt versuchen.

Noch zwei Mal findet jetzt der Bauernmarkt in diesem Jahr statt.
Der 1. und der 29. Oktober sind meine letzten Markttermine. Danach sind dann vier Monate marktfreie Zeit für mich. Was aber nicht bedeutet ich liege auf der faulen Haut.  So mancher Stuhl wartet noch auf ein neues Sitzgeflecht und so mancher Korb will auch noch geflochten werden.

2.9.2017 – Flechtkurs beim NABU Ortenberg

Am vergangenen Samstag fand zum vorletzten Mal in diesem Jahr beim NABU Ortenberg ein Flechtkurs statt. Premiere feierte bei diesem Kurs Elha (Seegrasschnur), welches bei einem der Körbe mit eingeflochten wurde.

Und wie auch bei den Kursen zuvor mußten wir wieder im NABU Haus „An den Salzwiesen“ flechten. Das Wetter hat es bisher einfach nicht zugelassen draußen im Schatten der großen Platane zu flechten. Aber das hat keinem der Teilnehmerinnen die gute Laune verdorben. Wir hatten alle viel Spaß und die vier Nachwuchs-Korbmacherinnen konnten mit Recht stolz auf ihre Werkstücke sein.

Ein Jahr der Indoor Flechtkurse

Es scheint sich abzuzeichnen, dass alle Flechtkurse vom NABU Ortenberg in diesem Jahr „Indoor“ (wie man so schön sagt) stattfinden. Bisher hat es die Wetterlage oder Temperatur nicht zugelassen draußen unter der großen Platane zu flechten.
So wohl auch heute: Temperatursturz von 30° auf knapp 19° mit Wolkendecke.

Aber was solls: Hauptsache es hat bzw. es wird Spaß machen. So wie heute, wenn es wieder daran geht Weiden so zu verflechten, dass daraus eine größere Schale wird.

Und damit kündigt sich auch schon das Ende der Flechtkurse für 2017 an. Nur noch ein privater und ein letzter, bereits ausgebuchter Kurs Ende Oktober, stehen auf dem Plan.

Wer jetzt also auf den Gedanken kommt auch mal mit Weiden flechten zu wollen, den muss ich auf 2018 vertrösten. Die Termine stehen schon fest und können unter
Termine 2018
eingesehen werden. Und erste Interessensbekundungen und Anmeldungen für nächstes Jahr liegen mir jetzt schon vor. Vielleicht können dann die Flechtkurse auch endlich mal wieder „Outdoor“ stattfinden.

Besuch vom Kreis Anzeiger

Eine Weile ist es schon her, dass ich Besuch von einem Mitarbeiter des Kreis Anzeiger hatte. Denn in Facebook hatte Ralf vor einiger Zeit einen Kommentar zu einem Veranstaltungsbericht hinterlassen. Darin ging es um einen Mittelaltermarkt und welch tolles Handwerk gezeigt wurde. Schmied, Filzen usw. Aber von einem Korbmacher bzw. einer Korbmacherin war in diesem Bericht keine Rede. Und das hat Ralf angemerkt, dass ich nämlich als Korbmacherin vor Ort war und auch mit Kindern geflochten habe.

Daraufhin hat man mich telefonisch kontaktiert und folgender Artikel ist am 27.8.2017 im Kreis Anzeiger erschienen.

Hier geht es zum Artikel:  lesen

 

Flechten an einem geschichtsträchtigen Ort

Gestern, am 26.8.2017, ging es nach Schotten. Der erste Flechtkurs für das Mehrgenerationenhaus stand auf dem Terminkalender. Der Kurs selbst wurde im historischen Rathaus von ca. 1520 in der Markthalle abgehalten. Ein  Raum, der einem direkt nach betreten ein „Wow“ entlockte. Auch das Gebäude selbst sieht, wie so viele andere in der Schottener Altstadt, einfach nur prächtig aus. Ein Besuch zum Bummeln und Flanieren ist Schotten somit schon mal wert.

Doch zurück zum Flechtkurs. Die Anfahrt gestaltete sich trotz Navi etwas problematisch. Und hier hat das Navi eindeutig die Schuld. Schmale Gassen, durch die gerade mal ein Fußgänger passt sind nun mal zu eng für den VW Bus. Zwei Ehrenrunden haben wir um die Altstadt gedreht, bis wir vor dem alten Fachwerkhaus standen und ausladen konnten. Frau Wilhelm vom Stadtmarketing nahm uns in Empfang und hat sich um alles im Vorfeld und während des Flechtkurses gekümmert.

Wie schon gesagt; nach mehreren „Wow’s“ wurden die Werkzeuge verteilt, die Weiden ausgepackt und alles weitere für den Kurs vorbereitet. Liebevoll angerichtet stand ein kleines Buffet mit Kuchen, Melonen, Keksen und Getränke an der Seite. Und dann hieß es warten auf die Kursteilnehmer. Inzwischen war das eine Tor zur Markthalle bereits offen. So konnte jeder, der zufällig vorbei kam einen Blick in die Markthalle werfen und dem Flechtkurs zumindest optisch beiwohnen.

Und dann hieß es „An die Weiden, fertig, los“. Wie schon zig Mal hier im Blog zu den Flechtkursen beschrieben folgten die Erklärungen zu den einzelnen Arbeitsschritten und so nach und nach nahmen die Schalen ihre gewollte oder auch ungewollte Form an. Eine kurze Unterbrechung  für ein Mittagessen wurde dankend angenommen. Nur ein paar Meter Fußweg zum Mehrgenerationenhaus wurde Erbsensuppe mit Würstchen aufgetischt. Nach familiärer Art wurde der Topf auf den Tisch gestellt und jeder konnte sich bedienen. Doch kaum waren die Teller leer wurden einige, oder doch alle, ungeduldig. Schnell noch aufgeräumt zog es alle zurück ins historische Rathaus.

Mit mehr oder weniger Hilfestellung wurden die Schalen fertig geflochten. Eigentlich wie bei jedem Flechtkurs wurde immer wieder angemerkt, wie viel Arbeit es doch macht einen Korb zu flechten und das solche Arbeit auch ihren Preis hat bzw. haben muss. Meine Erwiderung lautet darauf immer, dass jeder Korb, egal ob billig oder angemessen teuer, grundsätzlich mit der Hand geflochten ist. Doch die billigen Hände irgendwo auf der Welt machen einem inländischen  Korbmacher das Leben und Überleben schwer von seinen Korbwaren zu leben. Weswegen viele auch billige Zukaufware anbieten, welche teilweise bei mir schon kurze Zeit nach Kauf bei mir zur Reparatur abgegeben wurden. Ein Grund für mich auf Zukaufware zu verzichten. Meine Korbwaren sind ausnahmslos von mir persönlich hergestellt worden. Auch wenn sich in den Köpfen vieler noch immer die Geizmentalität verankert hat.

Und so ging dann auch dieser Flechtkurs so nach und nach zu Ende. Ein Korb nach dem anderen wurde fertig. Niemand wollte letzter sein. Denn Ralf hatte im Laufe des Tages angedroht der Letzte würde draußen am Rathaus mit dem Halseisen angekettet. Ob diese Äußerung dazu geführt hatte, dass bei manchen sich jetzt vermehrt Flechtfehler einschlichen, das bezweifele ich mal. Aus Erfahrung weiß ich, dass nach guten sechs Stunden die Konzentration nach und nach nachlässt und ich immer mehr in Aktion treten darf. Doch getreu meinem Versprechen, dass niemand ohne fertigen Korb nach Hause geht, wusel ich dann zwischen den Tischen herum und so manch einer ist froh, wenn ich ihm die letzten Arbeitsschritte abnehme.

Und so verabschiedeten sich die Teilnehmer*innen so nach und nach, in der Gewissheit etwas einzigartiges geflochten zu haben. Und darauf, dass am Sonntag dann vielleicht auch hier und da sich Muskelkater melden wird. Damit endete dann auch dieser Flechtkurs an einem geschichtsträchtigen Ort.

Die Wanne mit 900 Liter ist voll

Ein Glück, dass ich genügend und vor allem eine große Wannen mein Eigen nenne, um all die Weiden einzuweichen, die ich in der nächsten Zeit benötige. Es stehen in kürzester Zeit nämlich drei Flechtkurse an.

Zunächst geht es am kommenden Samstag nach Schotten ins MGH. Es haben sich genügend Flechtwillige gefunden, die in das Korbmacherhandwerk hineinschnuppern möchten.
Am ersten Samstag im September geht es dann weiter mit dem regulären Flechtkurs vom NABU Ortenberg. Und in der Woche darauf findet noch ein privater Tagesflechtkurs statt.

Das sind also wirklich gefühlte Massen an Weiden, die jetzt im Wasser liegen und teils schon seit einer Woche einweichen. Deshalb bin ich auch so froh, dass  ich eine wirklich große Wanne mit gut 900 Liter Fassungsvermögen habe, in die alle Weiden passen. Interessant ist immer wieder dem Auftrieb der Weiden etwas entgegen zu setzen. Hier also mit Trittgitter, Holzbretter und Steinen.

Erstes Augustwochenende

Wie jeden Monat von März bis Oktober stand auch dieses erste Wochenende des Monats unter dem Motto Flechtkurs und Bauernmarkt.

Theoretisch hätte man am Samstag draußen flechten können. Aber auch nur theoretisch. denn Wind und ein von Wolken verhangener Himmel ließ es dann doch etwas ungemütlich sein. Also haben wir wieder im Haus geflochten. Wie üblich für Flechteinsteiger sollte es eine Schale mit Eingriffen werden und für eine Kursteilnehmerin, wir waren eine reine Frauenrunde, stand etwas anderes auf dem Programm. Hier sollte eine Henkelreparatur an einem Einkaufskorb vollzogen werden und ein Füllhorn entstehen.

Entsprechende Weiden und in passenden Längen habe ich im Vorfeld schon 14 Tage vorher ausgelesen und im Wasser liegen. So wurde also der Henkel repariert, während alle anderen ihren Boden geflochten haben. Und das Füllhorn in Angriff genommen als es an das  Aufstaken ging. Hier und da waren zwischendurch kleine Hilfestellungen notwendig, doch im Großen und Ganzen haben alle Kursteilnehmerinnen selbstständig ihr Flechtwerk fertig gestellt.

Schönes Wetter wurde für den Bauernmarkt versprochen. Und so war es dann auch. Blauer Himmel den ganzen Tag mit ein paar Wolken und das Wichtigste: angenehme Temperatur. Das hat man auch am Besucherstrom gemerkt. Viele haben sich vom schönen Wetter verleiten lassen den Bauernmarkt zu besuchen und auch das Kaufverhalten war positiv. So manches Körbchen ist von meinem Tisch verschwunden, was mich natürlich freut.

Mit so manchen Besucher hat man sich sehr intensiv unterhalten, wenn es um „Korsische Stühle“ ging, Korsika im allgemeinen und natürlich Flechten oder Stuhlgeflechte usw. Bei soviel Gebabbel ging die Zeit rasend schnell vorbei und plötzlich war es 17:00 Uhr und Zeit alles wieder ins Auto zu packen und nach Hause zu fahren und noch ein wenig das restliche Wochenende zu genießen.

Und am ersten Wochenende im September heißt es dann wieder Samstags Flechtkurs und Sonntag Bauernmarkt.