Das Stuhlgeflecht

Der Begriff Stuhl stammt aus dem althochdeutschen Wort stuol und bedeutet soviel wie Sitz oder Thron. Ursprünglich nur als Machtsymbol wegen der erhöhten Sitzposition von Pharaonen, Königen, Fürsten und Geistlichen verwendet, wurde ab dem 16. Jahrhundert der Stuhl auch vom Bürgertum immer häufiger als Sitzmöbel verwendet.

Stühle mit Geflecht wurden nachweislich schon von den Ägyptern verwendet. Über die Jahrhunderte hat sich an der handwerklichen Tätigkeit nicht viel verändert. Lediglich moderne Materialien haben Einzug gefunden in die Korbflechterei, zu denen auch die Stuhlgeflechte zählen.

Die heute wohl am häufigsten noch anzutreffende Möbel sind die der Stühle aus der Zeit des Biedermeier (ca. 1815 – 1848), der Gründerzeit (ca. 1850 – 1890) und des Jugendstil (ca. 1900 – 1920).

Aber auch bei modernen Stühle mit Geflechten kann sich eine Reparatur zur Werterhaltung oft noch lohnen. Eine in Handarbeit wieder hergestellte Sitzfläche kann die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart darstellen und Ihnen viel Freude bereiten bei der weiteren Verwendung Ihres Sitzmöbels.

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen die einzelnen Arbeitsschritte des am verbreitensten Stuhlgeflechts (Wiener Geflecht, Achteckgeflecht) zeigen, damit sie sich ein Bild von dem Arbeitsaufwand machen können und vielleicht sogar die Handwerkskunst, die sich dahinter verbirgt, schätzen lernen.

Eine Reparatur bzw. der Austausch einzelner Flechtfäden ist in den meisten Fällen nicht möglich. Deshalb muss immer das komplette Geflecht ersetzt werden. Nachdem das alte Geflecht entfernt und die Bohrlöcher vom Staub gereinigt wurden kann mit der Flechtarbeit begonnen werden.

Der Aufbau eines Wiener Geflechts

Ein paar Schmückstücke, wie sie meine Werkstatt wieder verlassen haben

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