Antworten zum Thema Korbflechten

Wo gibt es Werkzeug für Korbmacher?

Viel Werkzeug benötigt ein Korbmacher nicht für sein Handwerk. Schlageisen, Pfriem, Korbmachermesser, Korbmacherschere und Bandmaß reichen da meist schon aus.

Zwei Materialhändler, bei denen ich auch meine Weiden bestelle, liefern auch Werkzeug.

Andreas Schardt KG und
Hans Ender

 

Kopfweide = Flechtweide?

Diese Frage muss man eindeutig mit Nein beantworten. Flechtweiden werden in unserer modernen Zeit auf großen Feldern angebaut und in der Saftruhe von ca. November bis Februar maschinell geerntet.

Kopfweiden werden gelegentlich noch durch Naturschutzgruppen zu Jahresbeginn geschnitten. Doch außer für einfache Gartendeko lassen sich diese Weidenruten nur sehr bedingt für Gebrauchskörbe verwenden. Zumal die richtige Lagerung eine große Rolle spielt.

Deshalb beziehe ich meine Weiden auch vom Materialhändler.

Biete ich Flechtkurse außerhaus an?

Flechtkurse bei Ihnen sind in der Zeit von Montag bis Donnerstag möglich. Allerdings sind es hier keine Ganztagskurse und die Flechtobjekte lassen sich in zwei bis 3 Stunden herstellen. Was geflochten werden kann wird im Vorfeld mit Ihnen ausführlich abgesprochen.

Weitere Informationen finden sie hier.

Können frisch geschnittene Weidenruten sofort verflochten werden?

Im Prinzip können frisch geschnittene Weidenruten sofort verflochten werden. Allerdings sollte man dann ausschließlich Dekorationstücke, wie z.B. Türkränze oder ähnliches, flechten.

Denn frische Weiden schrumpfen in ihrem Umfang während sie trocknen und ein Korbe würde letztendlich zum Wackelkorb, da die Weiden nicht mehr eng aneinander liegen und die Stabilität insgesamt verloren geht.

Nach der Weidenernte in der Saftruhe zwischen November bis Februar/März werden die Ruten der Länge nach sortiert und an einem luftigen aber trockenen Ort bis zu einem Jahr gelagert. Erst danach können sie wieder für 1 bis 3 Wochen eingeweicht und dann verflochten werden.

Anders ist es mit geschälten Weiden. Diese werden nach der Ernte in Wasserbecken gestellt, so dass sie noch mal anfangen zu treiben. Danach wird die Rinde maschinell entfernt. Die geschälten Weiden werden dann trocken und luftig gelagert und können ca. 1/2 Jahr später zum Flechten verwendet werden. Die Einweichzeit beträgt bei geschälten Weiden nur wenige Stunden (1-3).

Wie lange müssen Weiden eingeweicht werden?

Abhängig davon, ob es sich um geschälte oder ungeschälte Weiden handelt, ist auch die Einweichzeit unterschiedlich.

Geschälte Weiden müssen in der Regel nur einige Stunden einweichen, bis sie biegsam sind und verflochten werden können.

Anders verhält es sich mit ungeschälten Weiden. Hier beträgt die Einweichzeit ein paar Tage bis zu mehreren Wochen. Die Zeit ist abhängig von der Sorte und beruht letztendlich auf Erfahrungswerte des Korbmachers.

Was sind grüne Weiden?

Von grünen Weiden spricht man immer, wenn die Rinde noch vorhanden sind. Auch wenn die Farben der ungeschälten Weiden nicht grün, sondern rot, gelb oder braun sind, werden sie grün genannt.

Kann man das Korbmacherhandwerk noch lernen?

Flechtwerkgestalter, wie der Korbmacher heutzutage genannt wird, ist immer noch ein Lehrberuf. Ausgebildet wird in der staatlichen Berufsschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels.

Die Ausbildung zum staatlich geprüften Flechtwerkgestalter findet über 3 Jahre in Vollzeit statt.

Informationen zum Beruf des Flechtwerkgestalters finden Sie hier.

Was ist Feinflechterei?

Unter Feinflechterei versteht man die Herstellung filigraner Korbwaren.

Hierbei werden Weiden gespalten, gehobelt und geschmälert bis feine Flechtfäden entstehen. Diese werden anschließend über eine Holzform verflochten.

Ein Video mit den einzelnen Arbeitsschritten der Feinflechterei können Sie hier anschauen bzw. herunterladen.

Kann man (geräuchertes) Peddigrohr für draußen verwenden?

Korbwaren aus Peddigrohr sind bedingt für draußen geeignet. Voraussetzung dafür ist, dass diese mit Klarlack überzogen sind. Spezieller Korblack ist hierfür ungeeignet.

Warum gibt es so große Preisdifferenzen bei Körben?

Die in den meisten Geschäften angebotenen Korbwaren sind, mit ganz wenigen Ausnahmen, Massenimporte aus Billiglohnländer.

Niedrige Lohnkosten, häufig Kinderarbeit und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind ausschlaggebend für die niedrigen Preise.

Wenn man Transport und die vielen Zwischenhändler berücksichtigt muss man sich fragen, wer an einem durchschnittlichen Korb verdient.
Ein weiterer Punkt ist der, dass vor dem Transport oft die Körbe chemisch behandelt werden, um Schimmelbefall und Insektenfrass vorzubeugen. Ökologisch ist es unter den oben genannten Gesichtspunkten ganz bestimmt nicht.

Meine Korbwaren werden ausschließlich aus unbehandelter europäischer Weide hergestellt.

Mit Liebe zur Korbmacherei entstehen so qualitativ hochwertige Produkte aus eigener Herstellung.
Und das alles umwelt- und sozialverträglich und vor allem ökologisch.

Lässt sich ein Korb reparieren?

Ob sich eine Reparatur lohnt muss immer individuell entschieden werden.

Griffe und Henkel lassen sich meist noch reparieren, wenn der Korb gut gepflegt wurde und er nicht lackiert ist (was aber bei vielen Körbender Fall ist ). Ist der Korb aber insgesamt zu spröde so ist auch keine Reparatur mehr möglich. Ein Reparaturversuch würde hier nur mehr zerstören.

Für eine Beurteilung ist es hilfreich den zu reparierenden Korb vorab zu sehen. Entweder direkt oder auf einem Bild, welches Sie mir gerne per Email zuschicken können.

Was ich definitiv nicht repariere sind Körbe, welche lackiert sind. Erkennen kann man den Lack meist an den Kreuzungspunkten der Weiden, wo sich oft eine Lacknase bildet.
Der Grund, warum ich solche Körbe nicht repariere? Der Lack hat alle Weiden versiegelt und nehmen dadurch keine Feuchtigkeit mehr auf und sind dann nicht biegsam. Das ist aber notwendig, damit bei einer Reparatur  nicht noch mehr kaputt geht.

Beispiele was (nicht) repariert werden kann:

Wie lange dauert die Herstellung eines Korbes?

Die Herstellungszeit ist abhängig von der Größe und Form des Korbes. In der Regel sind es einige Stunden.

Ist ein Weidenkorb für draußen geeignet?

Natürlich belassene Weidenkörbe sind nur bedingt für draußen geeignet. Sie verlieren durch Witterungseinflüsse schnell ihre Farbe, bleichen extrem aus und können, als Pflanzkörbe verwendet, auch schnell verrotten.

Noch am besten für draußen geeignet sind Körbe aus ungeschälter Weide.

Wie pflege ich meinen Weidenkorb?

Sie können den Korb ohne weiteres einmal im Jahr mit kaltem Wasser in der Badewanne gründlich abspülen. Bei stärkeren Verschmutzungen verwenden Sie zusätzlich eine Wurzelbürste.

Um zu verhindern, dass der Korb zu spröde wird, können Sie ihn auch bei einem leichten Sommerregen oder im Nebel Feuchtigkeit aufnehmen lassen.

Lassen Sie den Korb anschließend an einem geschützten, schattigen und luftigen Ort trocknen. Vermeiden Sie unbedingt direkte Sonneneinstrahlung oder einen Platz neben der Heizung.

So gepflegt bleibt Ihnen der Korb lange Zeit erhalten.

Pflegetipp zum herunterladen.

Wie entstehen die unterschiedlichen Weidenfarben?

Ungeschälte Weiden haben je nach Gattung/Art bereits unterschiedliche Farben, die von braun, rot über grün und sogar blau alle möglichen Farbschattierungen enthalten.

Die unterschiedlichen Farben der geschälten Weiden sind natürlichen Ursprungs und ergeben sich aus der Behandlung nach der Ernte. Das in der Rinde enthaltene Tanin sorgt für die unterschiedliche Färbung der geschälten Weiden beim Kochen.

Somit sind alle meine Weidenerzeugnisse immer reine Naturprodukte ohne chemische Zusätze.

Geschälte Weiden gibt es in 3 natürlichen Farbtönen.

  • Weiß: Unbehandelt nach der Ernte geschält
  • Braun: Mit Rinde einmal gekocht und dann geschält
  • Schwarz: Mit Rinde zweimal gekocht und dann geschält

Woher bekomme ich mein Flechtmaterial?

Mein gesamtes Flechtmaterial beziehe ich von Materialhändler aus Oberfranken und teilweise auch aus Frankreich.