Ich beantworte immer wieder die gleichen Fragen auf den Märkten. An dieser Stelle fasse ich die Fragen zusammen und gebe die Antworten dazu.
- Woher bekomme ich mein Flechtmaterial?
Mein gesamtes Flechtmaterial beziehe ich von Materialhändler aus Oberfranken und teilweise auch aus Frankreich.

- Wie entstehen die unterschiedlichen Weidenfarben?
Ungeschälte Weiden haben je nach Gattung/Art bereits unterschiedliche Farben, die von braun, rot über grün und sogar blau alle möglichen Farbschattierungen enthalten.
Die unterschiedlichen Farben der geschälten Weiden sind natürlichen Ursprungs und ergeben sich aus der Behandlung nach der Ernte. Das in der Rinde enthaltene Tanin sorgt für die unterschiedliche Färbung der geschälten Weiden beim Kochen.
Somit sind alle meine Weidenerzeugnisse immer reine Naturprodukte ohne chemische Zusätze.
Geschälte Weiden gibt es in 3 natürlichen Farbtönen.
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- Weiß: Unbehandelt nach der Ernte geschält
- Braun: Mit Rinde einmal gekocht und dann geschält
- Schwarz: Mit Rinde zweimal gekocht und dann geschält
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- Wie pflege ich einen Weidenkorb?
Sie können den Weidenkorb ohne weiteres einmal im Jahr mit kaltem Wasser in der Badewanne gründlich abspülen. Bei stärkeren Verschmutzungen verwenden Sie zusätzlich eine Wurzelbürste. Hierbei immer ein Flechtrichtung der Weiden bürsten, nicht quer dazu.
Um zu verhindern, dass der Korb zu spröde wird, können Sie ihn auch bei einem leichten Sommerregen oder im Nebel Feuchtigkeit aufnehmen lassen.
Von der Anwendung von Ölen, Lasuren oder Wachsen halte ich persönlich rein gar nichts. Dadurch wird die Weide definitiv nicht geschmeidiger, wie so oft versprochen. Auch eine Lösung aus Ammoniak und Wasser zur Reinigung halte ich überhaupt nichts. Wasser, Spüli und Bürste; mehr braucht es nicht zur Pflege eines naturbelassenen Weidenkorbes.
Lassen Sie den Korb anschließend an einem geschützten, schattigen und luftigen Ort trocknen. Vermeiden Sie unbedingt direkte Sonneneinstrahlung oder einen Platz neben der Heizung.
So gepflegt bleibt Ihnen der Korb lange Zeit erhalten.
- Ist ein Weidenkorb für draußen geeignet?
Natürlich belassene Weidenkörbe sind nur bedingt für draußen geeignet. Sie verlieren durch Witterungseinflüsse schnell ihre Farbe, bleichen extrem aus und können, als Pflanzkörbe verwendet, auch schnell verrotten.
Noch am besten für draußen geeignet sind Körbe aus ungeschälter Weide.
- Wie lange dauert die Herstellung eines Korbes?
Die Herstellungszeit ist grundsätzlich abhängig von der Größe und Form des Korbes. Die reine Arbeitszeit bei einem normalen Einkaufskorb beträgt etwa 2 bis 3 Stunden.

Hinzugerechnet werden muss aber auch das Auslesen der Weiden. Dies bedeutet eine bestimmte Anzahl an Weiden in unterschiedlichen Stärken aus einem großen Weidenbündel auszusortieren für z.B. Bodenkreuz, Kimme, Schicht und Henkel.
- Lässt sich ein Korb reparieren?
Ob sich eine Reparatur lohnt muss immer individuell entschieden werden.
Griffe und Henkel lassen sich meist noch reparieren, wenn der Korb gut gepflegt wurde und er nicht lackiert ist (was aber bei vielen Körben der Fall ist ). Ist der Korb aber insgesamt zu spröde so ist auch keine Reparatur mehr möglich. Ein Reparaturversuch würde hier nur mehr zerstören.
Für eine Beurteilung ist es hilfreich den zu reparierenden Korb vorab zu sehen. Entweder direkt oder auf einem Bild, welches Sie mir gerne per Email zuschicken können.
Was ich definitiv nicht repariere sind Körbe, welche lackiert sind. Erkennen kann man den Lack meist an den Kreuzungspunkten der Weiden, wo sich oft eine Lacknase bildet. Der Grund, warum ich solche Körbe nicht repariere? Der Lack hat alle Weiden versiegelt und nehmen dadurch keine Feuchtigkeit mehr auf und sind dann nicht biegsam. Das ist aber notwendig, damit bei einer Reparatur nicht noch mehr kaputt geht.
- Warum ist der Korb so teuer?
Die in den meisten Geschäften angebotenen Korbwaren sind, mit ganz wenigen Ausnahmen, Massenimporte aus Billiglohnländer.
Niedrige Lohnkosten, häufig Kinderarbeit und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind ausschlaggebend für die niedrigen Preise.
Wenn man Transport und die vielen Zwischenhändler berücksichtigt muss man sich fragen, wer an einem durchschnittlichen Korb verdient.
Ein weiterer Punkt ist der, dass vor dem Transport oft die Körbe chemisch behandelt werden, um Schimmelbefall und Insektenfrass vorzubeugen. Ökologisch ist es unter den oben genannten Gesichtspunkten ganz bestimmt nicht.Meine Korbwaren werden ausschließlich aus unbehandelter europäischer Weide hergestellt.
Mit Liebe zur Korbmacherei entstehen so qualitativ hochwertige Produkte aus eigener Herstellung.
Und das alles umwelt- und sozialverträglich und vor allem ökologisch. - Kann man Peddigrohr für draußen verwenden?
Korbwaren aus Peddigrohr sind bedingt für draußen geeignet. Voraussetzung dafür ist, dass diese mit Klarlack überzogen sind. Spezieller Korblack ist hierfür ungeeignet.
- Was ist Feinflechterei?
Unter Feinflechterei versteht man die Herstellung filigraner Korbwaren.
Hierbei werden Weiden gespalten, gehobelt und geschmälert bis feine Flechtfäden entstehen. Diese werden anschließend über eine Holzform verflochten.
Ein Video mit den einzelnen Arbeitsschritten der Feinflechterei können Sie im folgenden Video anschauen anschauen.
- Kann man das Korbmacherhandwerk noch lernen?
Flechtwerkgestalter, wie der Korbmacher heutzutage genannt wird, ist immer noch ein Lehrberuf. Ausgebildet wird in der staatlichen Berufsschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels.
Die Ausbildung zum staatlich geprüften Flechtwerkgestalter findet über 3 Jahre in Vollzeit statt.
Informationen zum Beruf des Flechtwerkgestalters finden Sie hier.
- Was sind grüne Weiden?
Von grünen Weiden spricht man immer, wenn die Rinde noch vorhanden sind. Auch wenn die Farben der ungeschälten Weiden nicht grün, sondern rot, gelb oder braun sind, werden sie grün genannt.
- Wie lange müssen Weiden eingeweicht werden?

Abhängig davon, ob es sich um geschälte oder ungeschälte Weiden handelt, ist auch die Einweichzeit unterschiedlich.
Geschälte Weiden müssen in der Regel nur einige Stunden einweichen, bis sie biegsam sind und verflochten werden können.
Anders verhält es sich mit ungeschälte Weiden. Hier beträgt die Einweichzeit ein paar Tage bis zu mehreren Wochen. Die Zeit ist abhängig von der Sorte und beruht letztendlich auf Erfahrungswerte des Korbmachers.
- Können frisch geschnittene Weiden sofort verflochten werden?
Im Prinzip können frisch geschnittene Weidenruten sofort verflochten werden. Allerdings sollte man dann ausschließlich Dekorationstücke, wie z.B. Türkränze oder ähnliches, flechten.
Denn frische Weiden schrumpfen in ihrem Umfang während sie trocknen und ein Korb würde letztendlich zum Wackelkorb, da die Weiden nicht mehr eng aneinander liegen und die Stabilität insgesamt verloren geht.
Nach der Weidenernte in der Saftruhe zwischen November bis Februar/März werden die Ruten der Länge nach sortiert und an einem luftigen aber trockenen Ort bis zu einem Jahr gelagert. Erst danach können sie wieder für 1 bis 3 Wochen eingeweicht und dann verflochten werden.
Anders ist es mit geschälten Weiden. Diese werden nach der Ernte in Wasserbecken gestellt, so dass sie noch mal anfangen zu treiben. Danach wird die Rinde maschinell entfernt. Die geschälten Weiden werden dann trocken und luftig gelagert und können ca. 1/2 Jahr später zum Flechten verwendet werden. Die Einweichzeit beträgt bei geschälten Weiden nur wenige Stunden (1-3).
- Biete ich Flechtkurse außer Haus an?
Zur Zeit biete ich keine Flechtkurse an
- Ist Kopfweide gleich Flechtweide?
Diese Frage muss man eindeutig mit Nein beantworten. Flechtweiden werden in unserer modernen Zeit auf großen Feldern angebaut und in der Saftruhe von ca. November bis Februar maschinell geerntet.
Kopfweiden werden gelegentlich noch durch Naturschutzgruppen zu Jahresbeginn geschnitten. Doch außer für einfache Dekorationszwecke lassen sich diese Weidenruten nur sehr bedingt für Gebrauchskörbe verwenden. Zumal die richtige Lagerung eine große Rolle spielt.Deshalb beziehe ich meine Weiden auch vom Materialhändler.
- Wo gibt es Werkzeuge?
Viel Werkzeug benötigt ein Korbmacher nicht für sein Handwerk. Schlageisen, Pfriem, Korbmachermesser, Korbmacherschere und Bandmaß reichen da meist schon aus. Das wichtigste Werkzeug sind und bleiben aber die Finger.Zwei Materialhändler, bei denen ich auch meine Weiden bestelle, liefern auch Werkzeug. Dies sind Andreas Schardt KG und Hans Ender
- Kann man das reparieren?
Manchmal erscheint der Reparaturwunsch einem Laien nur als eine Kleinigkeit. Doch dem ist oft nicht so. Neben dem verwendeten Material von Weide über Binse bis hin zu Gras spielt auch die zu reparierende Stelle eine große Rolle, ob eine Reparatur durchgeführt überhaupt möglich ist.
Am Einfachsten ist es zusammen mit einer Anfrage auch ein oder zwei aussagekräftige Bilder per Mail oder über das Kontaktformular zu schicken. Dann kann ich mir im wahrsten Sinn des Wortes ein Bild machen. Denn aus “Schnüre” wird dann Gras oder Binse und aus Weide wird plötzlich Peddigrohr. Da ich nicht immer alles Material (auch von den Maßen) vorrätig habe und manches Material auch gar nicht verarbeite, kann man sich einiges an Missverständnissen dank eines Bildes vermeiden.
- Sind Flechtanleitungen in Wort und Bild sinnvoll?
Ganz bewusst verzichte ich darauf Flechtanleitungen zu veröffentlichen. Ob nun auf Papier oder in einem mehr oder weniger guten Video haben beide Varianten den Nachteil die dritte Dimension nicht darstellen zu können oder gar Fragen zu beantworten.
Wer noch nie oder gar selten mit dem Material Weide zu tun gehabt hat, der ist schnell frustriert, wenn die Anleitung keine situationsbedingte Fragen oder Tipps geben kann. Mögliche Fehler oder Fehlinterpretation des Gezeigten werden nicht korrigiert und so wird aus einem Flechtkurs eher ein Frustkurs.
Flechten muss man spüren und oft sind es die kleinen Dinge, die kleinen Tipps, die bei der Verarbeitung von Weiden zum Erfolg führen und nicht das Blatt Papier, nicht das bunt bebilderte Buch und auch nicht das tollste Video irgendwo aus den Tiefen des Internet.
Und auch für Erfahrene sind neue Flechttechniken anhand von solchen Anleitungen nicht immer einfach umzusetzen. Viel Zeit und einige Fehlversuche sind notwendig bis das Endergebnis so einigermaßen dem Entspricht was man erwartet. Für ungeduldige und vor allem ungeübte Menschen ist das in meinen Augen nicht der richtige Weg eines der ältesten Handwerke der Geschichte zu erlernen.
Meine Antwort also auf die eingangs gestellte Frage: Ein ganz klares Nein. Papier und Video können keine guten Lehrer sein, sondern nur einen Einblick in das vielfältige Handwerk geben und vielleicht Lust auf einen persönlichen Flechtkurs machen.
- Biete ich Versand und Rückversand an?
Grundsätzlich versende ich nicht.
Wer sich jetzt fragt warum, dem sei gesagt, dass durch das Verpackungsgesetz und die damit verbundene Zwangsregistrierung für das Recycling der Verpackung, dem Füllmaterial und des Paketklebeband beim Empfänger sich der administrative Aufwand für mich in keiner Weise lohnt. Da es auch keine Mindermenge gibt würde die Zwangsmitgliedschaft am Recyclingsystem somit für den ersten versendeten Karton fällig.
Auch wenn mit vom Kunden z.B. ein Korb zur Reparatur zugeschickt würde, müsste ich den Rückversand ablehnen. Als Unternehmerin bin in der Nachweispflicht, dass diese Verpackung auch tatsächlich bereits lizensiert ist. Und das kann weder der Kunde noch ich nachweisen.
- Ist der Korb handgemacht?
Mir ist letztens aufgefallen, dass immer wieder mal die Frage nach einem handgemachten/handgeflochteten Korb gestellt wird.
Warum Weidenkörbe echte Handarbeit sind
Naturmaterial Weide
Echte Weidenkörbe bestehen aus jungen, elastischen Weidenruten. Dieses Naturmaterial ist nicht normiert: Jede Rute unterscheidet sich in Stärke, Spannung, Biegung und Oberfläche. Maschinen können diese Variabilität nicht zuverlässig verarbeiten. Die präzise Führung jeder einzelnen Rute erfordert eine geschulte Hand.
Handwerkliche Flechttechnik
Das Flechten eines Korbes ist ein kontrollierter Vorgang. Die Ruten müssen exakt gespannt, gebogen und miteinander verschränkt werden. Übergänge werden nachgearbeitet, Druckpunkte korrigiert und Strukturen stabilisiert. Diese Feinsteuerung ist maschinell nicht reproduzierbar.
Warum Maschinen nur vorbereiten können
Maschinen können einzelne Vorarbeiten übernehmen:
- Schälen der Ruten
- Zuschneiden auf Länge
- Sortieren nach Stärke
Das eigentliche Flechten bleibt jedoch vollständig handwerklich. Keine Maschine kann runde, elastische Naturruten so führen, wie es für einen stabilen Korb notwendig ist.
Unterschied zu Industriekörben
Industriell gefertigte Körbe bestehen meist aus Holzspan, Papier, Bambus oder Kunststoff. Diese Materialien lassen sich maschinell pressen und verweben. Sie ähneln optisch einem Weidenkorb, besitzen aber nicht dessen Stabilität, Haptik oder Lebensdauer.
Qualität durch Handarbeit
Ein handgeflochtener Weidenkorb ist ein langlebiges Produkt. Die gleichmäßige Struktur, die stabile Spannung und die präzisen Übergänge entstehen ausschließlich durch manuelle Arbeit. Jeder Korb ist ein eigenständig gefertigtes Stück, kein Serienprodukt.





