Antworten zum Thema Korbflechten

Flechtkurs am 17.10.2015 Viel Werkzeug benötigt ein Korbmacher nicht für sein Handwerk. Schlageisen, Pfriem, Korbmachermesser, Korbmacherschere und Bandmaß reichen da meist schon aus. Das wichtigste Werkzeug sind und bleiben aber die Finger. Zwei Materialhändler, bei denen ich auch meine Weiden bestelle, liefern auch Werkzeug. Dies sind Andreas Schardt KG und Hans Ender  

Diese Frage muss man eindeutig mit Nein beantworten. Flechtweiden werden in unserer modernen Zeit auf großen Feldern angebaut und in der Saftruhe von ca. November bis Februar maschinell geerntet.

Kopfweiden werden gelegentlich noch durch Naturschutzgruppen zu Jahresbeginn geschnitten. Doch außer für einfache Gartendeko lassen sich diese Weidenruten nur sehr bedingt für Gebrauchskörbe verwenden. Zumal die richtige Lagerung eine große Rolle spielt.

Deshalb beziehe ich meine Weiden auch vom Materialhändler.

Ein Flechtkurs als Geburtstagsgeschenk

Flechtkurse bei Ihnen sind in der Zeit von Montag bis Donnerstag möglich. Allerdings sind es hier keine Ganztagskurse und die Flechtobjekte lassen sich in zwei bis 3 Stunden herstellen. Was geflochten werden kann wird im Vorfeld mit Ihnen ausführlich abgesprochen.

Weitere Informationen finden sie hier.

Im Prinzip können frisch geschnittene Weidenruten sofort verflochten werden. Allerdings sollte man dann ausschließlich Dekorationstücke, wie z.B. Türkränze oder ähnliches, flechten.

Denn frische Weiden schrumpfen in ihrem Umfang während sie trocknen und ein Korbe würde letztendlich zum Wackelkorb, da die Weiden nicht mehr eng aneinander liegen und die Stabilität insgesamt verloren geht.

Nach der Weidenernte in der Saftruhe zwischen November bis Februar/März werden die Ruten der Länge nach sortiert und an einem luftigen aber trockenen Ort bis zu einem Jahr gelagert. Erst danach können sie wieder für 1 bis 3 Wochen eingeweicht und dann verflochten werden.

Anders ist es mit geschälten Weiden. Diese werden nach der Ernte in Wasserbecken gestellt, so dass sie noch mal anfangen zu treiben. Danach wird die Rinde maschinell entfernt. Die geschälten Weiden werden dann trocken und luftig gelagert und können ca. 1/2 Jahr später zum Flechten verwendet werden. Die Einweichzeit beträgt bei geschälten Weiden nur wenige Stunden (1-3).

Mittelaltermarkt Münzenberg 2018Abhängig davon, ob es sich um geschälte oder ungeschälte Weiden handelt, ist auch die Einweichzeit unterschiedlich.

Geschälte Weiden müssen in der Regel nur einige Stunden einweichen, bis sie biegsam sind und verflochten werden können.

Anders verhält es sich mit ungeschälte Weiden. Hier beträgt die Einweichzeit ein paar Tage bis zu mehreren Wochen. Die Zeit ist abhängig von der Sorte und beruht letztendlich auf Erfahrungswerte des Korbmachers.

Von grünen Weiden spricht man immer, wenn die Rinde noch vorhanden sind. Auch wenn die Farben der ungeschälten Weiden nicht grün, sondern rot, gelb oder braun sind, werden sie grün genannt.

Flechtwerkgestalter, wie der Korbmacher heutzutage genannt wird, ist immer noch ein Lehrberuf. Ausgebildet wird in der staatlichen Berufsschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels.

Die Ausbildung zum staatlich geprüften Flechtwerkgestalter findet über 3 Jahre in Vollzeit statt.

Informationen zum Beruf des Flechtwerkgestalters finden Sie hier.

Unter Feinflechterei versteht man die Herstellung filigraner Korbwaren.

Hierbei werden Weiden gespalten, gehobelt und geschmälert bis feine Flechtfäden entstehen. Diese werden anschließend über eine Holzform verflochten.

Ein Video mit den einzelnen Arbeitsschritten der Feinflechterei können Sie hier anschauen bzw. herunterladen.

Korbwaren aus Peddigrohr sind bedingt für draußen geeignet. Voraussetzung dafür ist, dass diese mit Klarlack überzogen sind. Spezieller Korblack ist hierfür ungeeignet.

Die in den meisten Geschäften angebotenen Korbwaren sind, mit ganz wenigen Ausnahmen, Massenimporte aus Billiglohnländer.

Niedrige Lohnkosten, häufig Kinderarbeit und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind ausschlaggebend für die niedrigen Preise.

Wenn man Transport und die vielen Zwischenhändler berücksichtigt muss man sich fragen, wer an einem durchschnittlichen Korb verdient.
Ein weiterer Punkt ist der, dass vor dem Transport oft die Körbe chemisch behandelt werden, um Schimmelbefall und Insektenfrass vorzubeugen. Ökologisch ist es unter den oben genannten Gesichtspunkten ganz bestimmt nicht.

Meine Korbwaren werden ausschließlich aus unbehandelter europäischer Weide hergestellt.

Mit Liebe zur Korbmacherei entstehen so qualitativ hochwertige Produkte aus eigener Herstellung.
Und das alles umwelt- und sozialverträglich und vor allem ökologisch.