Reparaturen

Häufig werden mir Fragen gestellt, ob ich einen Korb oder ein Stuhlgeflecht reparieren kann. Es sei ja nur hier und da eine Weide gebrochen oder einige Fäden vom Stuhlgeflecht kaputt, welche ausgetauscht werden müssten.

So einfach ist es dann doch nicht. Ohne den Korb oder den Stuhl gesehen zu haben kann ich zu einer möglichen Reparatur keine zuverlässige Aussage treffen. Am einfachsten ist es für mich immer das Objekt direkt vor Ort oder aber wenigstens auf einem Foto zu sehen. Erst dann kann ich beurteilen ob eine Reparatur überhaupt möglich ist.

Was ich definitiv nicht repariere

Stuhlgeflechte aus Fertiggeflecht
Diese erkennt man daran, dass sich keinerlei Bohrlöcher am Stuhl finden lassen. Diese Art des Geflechts besteht aus Flechtmatten, die in einer Nut mit einem Peddigrohrsplint verkeilt und mit Leim verklebt sind.

Lackierte Körbe
Unabhängig davon ob billige Massenware oder fälschlicher Weise gut gemeint. Lack verklebt die Weiden miteinander und oft genug ist es auch das Einzige was den Korb zusammenhält. Zudem verhindert der Lack das unter Umständen für eine Reparatur erforderliche Einweichen der Weiden. Erkennen kann man lackierte Körbe am unnatürlichen Glanz und meist auch an Lacknasen an den senkrechten Aufsteller.

Ein handwerklich gut gemachter Korb aus Weiden braucht keine Lackschicht. Ein Weidenkorb ist ein Naturprodukt und bei richtiger Pflege kann er ein Leben lang halten.

 

Korbparade und (Un)Einsichtigkeiten

Am letzten Wochenende war es mal wieder Zeit für neue Bilder meiner Korbwaren; eine kleine Korb- und Henkelparade auf dem Bauernmarkt in Bad Salzhausen.

Das ich Korbmacherin bin merke ich immer dann, wenn die Leute genau nach den Dingen fragen, die ich nicht habe oder ob es das auch in größer, kleiner oder anderer Farbe gäbe. Ich bin keine Korbhändlerin, die Massen an Billigware einkauft, im LKW durch die Gegend fährt und dann teuer verkauft. Ich produziere meine Korbwaren selbst, stehe für die Qualität ein und bin gerne bereit den Wunschkorb für einen Kunden individuell zu flechten.

Anfragen zu Reparaturen sind auch immer so eine Sache. Egal ob bei Körben oder bei Stuhlgeflechten. Es ist doch nur ein kleines Stück, dass man irgendwie bestimmt ersetzen kann. Irgendwie so…..man müsste doch nur……könnte man nicht einfach…..

Wenn meine Antwort dann lautet: Nein, das geht nicht, dann wird angefangen mit mir zu diskutieren. Egal wie ich es zu erklären versuche warum es nicht geht, die Einsicht, dass es nicht funktioniert, fehlt plötzlich komplett. Ob jetzt der Korbboden fast nur noch aus dem Bodenkreuz besteht, die Schicht sich auflöst oder am Stuhlgeflecht ja nur ein paar Fäden durch sind. Manche legen es wirklich darauf an, dass eine Reparatur gepfuscht werden soll. Und genau das mache ich nicht! Meine Devise lautet da schlicht: Entweder richtig oder gar nicht.

Ritterschlag und Minnekuss

Alle zwei Jahre findet in Büdingens Altstadt ein Mittelalterfest statt. Diesmal unter dem Thema Ritterschlag und Minnekuss. Bereits zum vierten Mal konnten wir an diesem Markt teilnehmen.

Aufgebaut haben wir am vergangenen Freitag in aller Ruhe. Allerdings immer mit einem Blick nach oben, denn Regen war vorhergesagt. Das scheint sich mittlerweile als Tradition zu entwickeln, denn nasser Aufbau bedeutet in Büdingen trockenes Marktwetter. Zum Glück hat sich der Regen aber zurückgehalten und der Aufbau ging, zumindest für mich, trocken vonstatten.

Samstag, der 13.7.2019

Schon einige Zeit vor Marktbeginn um 13:00 Uhr haben wir uns auf den Weg nach Büdingen gemacht. Über Nacht hat es ein wenig geregnet. In Voraussicht haben wir nicht ganz Stilecht Nylonplanen über die Zeltplanen gezogen und diese waren dann trocken. Ein kleiner Wassersack hatte sich am verkaufszelt gebildet. Das Wasser wurde dann dazu verwendet wurde meinen Eimer zum Einweichen der Weiden (Bodenkreuz) zu füllen.

Ganz gemütlich haben wir das Marktzelt und das Arbeitszelt vorbereitet. Bis ca. 15:00 Uhr hat es zwischendurch immer wieder mal getröpfelt. Für Ralf hieß das in dieser Zeit:
Regen – Körbe rein, trocken – Körbe raus usw. – Man(n) trägt es mit trockenem Humor 🙂

Ob nun das Wetter, die Ferienzeit oder der etwas vom regulären Markttreiben abgekoppelte Schloßplatz, wo wir standen, Schuld war, dass sehr wenige Besucher unterwegs waren läßt sich nur vermuten. Die Verbindung zu Marktplatz, Viehmarkt und Oberhof war nämlich leider mit keinen Ständen versehen, so dass viele Besucher, die aus dieser Richtung kamen, kurz vorm Schloßplatz wieder umdrehten. Nach dem Motto: Da hinten ist ja nichts mehr. Weit gefehlt und sehr zum Ärger der Marktstände, denen die Kundschaft fehlte. Dieses Manko sollte dann von der Marktleitung für den Sonntag mit einer entschrechenden Beschilderung behoben werden.

Mit ein wenig Kerzenschein haben wir es uns dann so ab 20:00 Uhr gemütlich gemacht, Beerenwein getrunken und Besucher gezählt. Rundherum war nichts, gar nichts los. Ein Grund dann um 23:00 Uhr den Markt für den Schloßplatz zu schließen. Aber auch sonst waren wenig Besucher unterwegs. An der Markthalle, wo sonst der Bär steppt, war es ungewohnt leer. In der Hoffnung auf mehr Besucher ging es nach 13 Stunden Anwesenheit also erst Mal nach Hause.

Sonntag, 14.7.2019

Nach einer kurzen Nachtruhe habe wir uns wieder, mit kurzem Zwischenstop beim Bäcker, auf nach Büdingen gemacht. Die Frage des Tages war: Wird heute mehr los sein?

Am Schloßplatz angekommen  wurde als erstes gefrühstückt. Danach hatten wir reichlich Zeit mal quer durch die Altstadt bis zum Jerusalemer Tor und zurück über den Oberhof zu gehen. Noch ruhig und viele Leute erst im Begriff richtig wach zu werden haben wir einige Lücken in den Reihen der Marktstände gesehen. Da haben sich so manche Händler wohl dazu entschieden nicht zu kommen. 

Die Marktleitung hat Wort gehalten und neben Plakaten auch den Straßenbelag selbst mit gepinselten Hinweisen auf uns einsame Marktleute am Schloßplatz aufmerksam gemacht.

Ob es wirklich geholfen hat kann man nicht sagen, doch es waren deutlich mehr Besucher unterwegs. Viele nette Gespräche über das Korbmacherhandwerk haben uns die Zeit  vertrieben. Einen Korb, den ich kurz vorher fertig gestellt hatte, wurde mir quasi unter den (Kreativen) Finger abgekauft. Mit kleineren Lücken riss der Besucherstrom kaum ab und erst gegen Marktende wurde es dann auch etwas ruhiger.

Um 19:15 Uhr hieß es dann nur noch einpacken, Auto und Hänger holen, Abbau, beladen, nach Hause, Feierabend.

Der Schloßplatz ist für mich auch in Zukunft mein bevorzugter Standplatz, wenn wir auch 2021 wieder dabei sein dürfen. Nicht im Gedränge, viel Platz und lieber weniger, dafür an meinem Handwerk interessierte Besucher. Für diejenigen, die vom Verkauf ihrer Ware leben müssen war es vielleicht nicht der ideale Platz. Für uns war er genau richtig. Und sicherlich hat die Marktleitung ein offenes Ohr für konstruktive Kritik.

 

 

 

Flechtvorführung beim Mittelalterfest in Büdingen
Festumzug am Sonntag, 14.7.2019 in Büdingen zum Mittelalterfest

Ritterschlag und Minnekuss

8.7.2017 - Mittelalterfest BüdingenRitterschlag und Minnekuss, so heißt das Thema am Wochenende in Büdingen auf dem Mittelalterfest 2019. Die gesamte Altstadt verwandelt sich wieder in eine Zeitmaschine und versetzte Akteure und Besucher zurück um einige Jahrhunderte.

Wie schon in den Jahren zuvor wurde der Aufbau meiner Marktzelte von Regentropfen begleitet. Bleibt zu hoffen, dass es dann zur Marktzeit am Samstag und Sonntag trockener wird/bleibt und ich den Besuchern mein erlerntes Handwerk, das Korbmachen, vorführen kann. Wir werden sehen….

Im schönen Georgenwald

Bereits am Mittwoch haben wir damit begonnen uns auf den schönen Mittelaltermarkt in Limeshain-Himbach im Georgenwald vorzubereiten. Erste Handlung war der Transport des Wohnwagens zum Marktgelände. Nach kurzer Absprache mit der Lagerleitung konnten wir den die Wochenendunterkunft abstellen. Bei dem anschließenden kleinen Rundgang waren schon einige Freunde vor Ort, die wir freudig begrüßen konnten.

Zwei Tage später hieß es dann den voll beladenen Anhänger nach Himbach zu fahren und die Marktzelte aufzubauen. Alles im gemütlichen Tempo, denn wir hatten ja viel Zeit. Noch einen kurzen Abstecher nach Hause, Duschen, Katze versorgen und einkaufen. Dann  ging es wieder zurück nach Himbach den Wohnwagen für das Marktwochenende vorbereiten.

Freitag Abend haben wir dann ganz gemütlich im Zelt gesessen, den anderen beim Aufbau zugeschaut und im Kerzenschein mit lieben Freunden lecker Wein und Bier getrunken. Um Mitternacht hat man sich dann vornehm zurück gezogen und (einigermaßen) gut geschlafen. Denn in der (Wohn)Wagenburg wurde bis 2 Uhr noch getrommelt und getrötet. Naja, Schwamm drüber.

Samstag ging es dann um 10 Uhr los. Die ersten Besucher kamen bei schönsten Wetter und bei schon fast zu hohen Temperaturen noch vor Markteröffnung auf das Gelände. Bestens vorbereitet konnte ich an diesem Tag sogar zwei neue Körbe flechten. Viele Kunden, viele Gespräche, freundliche und fröhliche Gesichter wohin man nur schaute. Ein wirklich toller Tag, der wie im Fluge auch schon wieder vorbei war. Gemütlich wurde es dann mit Kerzenschein zu Beginn der Dämmerung und Met, Wein und anderen Getränken. Wieder hat man es bis zur Geisterstunde im offenen Zelt ausgehalten und sich bestens Unterhalten. Gemeinsam mit Rosemarie und Sabine, auch bekannt als Fuchsrose, haben wir diesen Markttag ausklingen lassen.

Am Sonntag haben wir uns von Regentropfen auf das Wohnwagendach wecken lassen. Ohje, nasse Zeltplanen; der Schrecken für uns, da wir zu Hause nie genug Platz haben die trocknen zu lassen. Aber erst mal Frühstücken und dann sehen wir weiter.

Auf Nachfrage konnten wir dann klären, dass die Zelte bis Dienstag/Mittwoch stehen bleiben könnten. Ein beruhigendes Gefühl, so den Markttag zu beginnen. Fast pünktlich zu Marktbeginn hörte es dann aber auf zu regnen und die ersten Sonnenstrahlen erreichten das Marktgelände.

Hätte es weiter geregnet wäre das Angebot der Flechtkurse regelrecht ins Wasser gefallen. Von 10 Uhr an war das Werkstattzelt voll besetzt mit kleinen Korbmacher. Um 14:30 Uhr konnte ich dann endlich mal eine kurze Pause machen, bevor es bis fast zum Marktende weiter ging mit der Kinderaktion, an der aber auch Erwachsene ihren Spass hatten.

Dank des doch noch sonnigen Tages waren auch die Zeltplanen getrocknet und wir konnten alles abbauen und verladen. So sind wir bereit für das nächste Wochenend in Büdingen am 13. und 14. Juli, wenn wir am Schloßplatz die Zelte wieder aufschlagen und es dann heißt “Ritterschlag und Minnekuss“.

Dem Freyvolk zu Hohenstaufen kann man nur bestätigen, dass sie es wieder einmal geschafft haben einen tollen Markt zu organisieren. Immer freundlich, immer ansprechbar, immer hilfsbereit haben sie diesen Markt zu einem für uns erlebnisreichen und wunderschönen Marktwochenende gemacht. Danke und hoffentlich bis 2020.