Reparaturen

Häufig werden mir Fragen gestellt, ob ich einen Korb oder ein Stuhlgeflecht reparieren kann. Es sei ja nur hier und da eine Weide gebrochen oder einige Fäden vom Stuhlgeflecht kaputt, welche ausgetauscht werden müssten.

So einfach ist es dann doch nicht. Ohne den Korb oder den Stuhl gesehen zu haben kann ich zu einer möglichen Reparatur keine zuverlässige Aussage treffen. Am einfachsten ist es für mich immer das Objekt direkt vor Ort oder aber wenigstens auf einem Foto zu sehen. Erst dann kann ich beurteilen ob eine Reparatur überhaupt möglich ist.

Was ich definitiv nicht repariere

Stuhlgeflechte aus Fertiggeflecht
Diese erkennt man daran, dass sich keinerlei Bohrlöcher am Stuhl finden lassen. Diese Art des Geflechts besteht aus Flechtmatten, die in einer Nut mit einem Peddigrohrsplint verkeilt und mit Leim verklebt sind.

Lackierte Körbe
Unabhängig davon ob billige Massenware oder fälschlicher Weise gut gemeint. Lack verklebt die Weiden miteinander und oft genug ist es auch das Einzige was den Korb zusammenhält. Zudem verhindert der Lack das unter Umständen für eine Reparatur erforderliche Einweichen der Weiden. Erkennen kann man lackierte Körbe am unnatürlichen Glanz und meist auch an Lacknasen an den senkrechten Aufsteller.

Ein handwerklich gut gemachter Korb aus Weiden braucht keine Lackschicht. Ein Weidenkorb ist ein Naturprodukt und bei richtiger Pflege kann er ein Leben lang halten.

 

Kundenauftrag Halbsonnengeflecht

Defektes HalbsonnengeflechtZwei Stühle mit einem Halbsonnengeflecht in ihren Rückenlehnen beschäftigen mich zur Zeit. Nach dem ausführlichen fotografieren der Details wurde das alte Geflecht entfernt und die Sacklöcher aufgebohrt.

Mit Flechtfäden in 1,8mm Stärke bin ich jetzt dabei das neue Halbsonnengeflecht aufzubauen. Eine wahnsinns Fummelarbeit, vor allem am Anfang und wenn dazu auch noch oben vier Fäden in ein Loch kommen. 

Thonet Armlehnstuhl wieder besitzbar

Die Tage konnte ich einen wirklich schönen Armlehnstuhl von Thonet mit einem neuen Sitzgeflecht seiner Besitzerin übergeben. Solche Stühle sind teilweise eine Herausforderung, denn oft genug verlaufen die alten Flechtfäden direkt dort, wo die vorderen Stuhlbeine im Sitzrahmen verleimt sind. Und da ich keine Tischlerin bin und den Stuhl nicht auseinander nehmen kann, müssen Sacklöcher gebohrt werden. In diese werden dann die Fäden mit einem kleinen Holzkeil verklebt. So auch bei diesem Stuhl an vier Stellen.

Thonet Armlehnstuhl
Vorher
Thonet Armlehnstuhl
Nachher

Albtraum beim Austausch von Stuhlgeflechten

Irgendwann geht auch ein Sitzgeflecht mal kaputt und muss ersetzt werden. Dabei sind mir schon die skurielsten Befestigungsmethoden des alten Geflechts untergekommen. Angefangen von Massen an Tackerklammern bis hin zu Unmengen von Industriekleber in den Bohrlöcher und unter der Sitzfläche ist alles schon da gewesen.

In solchen Fällen bin ich gefordert. Für mich ist es ein absoluter Albtraum wenn wirklich jedes Bohrloch mit Industriekleber zugekleistert ist und ich jedes einzelne aufbohren muss. Der Kleber wird dabei warm und elastisch und verklebt dann den Bohrer.  So auch jetzt bei einem Sitzrahmen und einem Thonet Armlehnstuhl. So manche Äußerung, die ich in der Werkstatt dann von mir lasse, ist nicht mehr druckreif. Ich frage mich dann immer warum der Vorgänger gemeint hat nur so hält ein Stuhlgeflecht. Ein kleines Tröpfchen Leim an einigen Stellen hätte durchaus gereicht. Aber anscheinend gab es den Kleber irgendwo im Sonderangebot und frei nach dem Motto viel hilft viel und hält sorgt es für viel Spaß beim nächsten Entfernen eines defekten Sitzgeflechts. Aber in solchen Dingen verstehe ich dann doch keinen Spaß.

Das sei mal gesagt von einem, der sich über jedes fachgerecht hergestellte Sitzgeflecht freut, wenn es dann mal erneuert werden muss.

Winterpause startet

Mit dem letzten Bauernmarkt in Bad Salzhausen am vergangenen Wochenende ist die Marktsaison 2018 für mich beendet. Kalt und vor allem windig war es und die große Kanne mit heißem Tee war deshalb mit dabei und hat uns über den Tag gerettet. So waren wenigstens ab und zu die Hände warm.

Erwartungsgemäß waren nicht viele Marktbesucher unterwegs. Und so war es schön, dass Andreas vom Lederstübchen Ranstadt und Astrid und einer heißen Kanne Tee  uns besucht haben. Am Stand sitzend hat man sich unterhalten über dies und das.

Da doch immer wieder mal ein etwas heftiger Windstoß durch die Kurallee fegte blieb es nicht aus, dass ein Zelt (Gartenpavillon) sich selbstständig gemacht hat. Das kuriose war, dass man die Zeltbeine nicht mit Heringen gesichert hatte, sonder so wunderschöne weiße Kieselsteine (2cm Durchmesser) in kleinen Häufchen um den Fuß drapierte. Steine sind ja schließlich schwer 🙂 Aber es hat nichts geholfen; das Zelt lag dann irgendwann mal auf der Straße. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Steinchen nicht wirklich als Strumsicherung gedacht waren.

Jetzt beginnt für mich also die marktfreie Zeit. Was aber nicht bedeutet wirklich frei zu haben. Es sind noch einige Dinge zu erledigen und auszuprobieren. Denn im nächsten Jahr werde ich auch Flechtkurse für Deko aus Weiden anbieten. Astrid als Versuchskaninchen habe ich schon  angeworben, damit ich etwas Erfahrung sammeln kann. Man darf also gespannt sein.

752. Kalte Markt – NABU Ortenberg mit dabei

Der 752. Kalte Markt in Ortenberg ist in Oberhessen der wohl größte Markt überhaupt. Allerdings nicht mit mir als Korbmacherin, sondern mit dem und für den NABU Ortenberg bin ich als Mitglied dabei.

Der NABU Ortenberg hat seit einiger Zeit ein Projekt am Laufen, aus dem jetzigen Vereinsheim ein NABU Info- und Mitmachzentrum inkl. den 2ha Gelände zu machen. Ein Zeitaufwändiges Unterfangen und vor allem sehr kostenintensiv. 

Mit der Teilnahme am Kalten Markt über 4 Tage (27. – 30.10.2018) möchte der NABU allen Besuchern das Projekt näher bringen und auch Spenden sammeln. Dafür haben Ralf und ich am 27.10. Standdienst gemacht. Wer sich für das Projekt interessiert, der kann sich auf der Homepage des NABU Ortenberg informieren. Spenden sind natürlich auch willkommen.

Lichtenfelser Korbmarkt 2018

Der 39. Korbmarkt in Lichtenfels ist schon seit ein paar Tagen Geschichte.  Angereist sind wir mit Wohnwagen schon am Freitag bei schönstem Wetter. Und die Sonne sollte auch am Wochenende die ganze Zeit über scheinen.

Der Freitag diente in erster Linie dazu sich häuslich einzurichten, einzukaufen und sich auf einen tollen Korbmarkt freuen. Das Marktzelt wurde kurzerhand zum Vorzelt für den Wohnwagen umfunktioniert.

Der Samstag diente zum Einkauf von Weiden bei Hans Ender. Bei Ankunft überraschte uns ein Bus aus Dänemark und deren Insassen, die fleißig alles Mögliche an Flechtmaterial, von Weiden, Peddigrohr, Holzböden usw.,  zusammen trugen. Der Hof stand schnell voll mit kleinen Päckchen, die vom Busfahrer später verladen wurden. Zwischendurch wurde eine kleine Bar an einem Kofferraum eröffnet, damit die Weideneinkäufer bei Stimmung blieben. Hochprozentiges aller Hersteller kam zum Ausschank. Geduld war also angesagt. Irgendwann nach gefühlt langer Zeit konnte auch ich dann meine Weiden in Empfang nehmen und verladen.

Dann hieß es zurück nach Lichtenfels und ab auf den Korbmarkt. Was für ein Gedränge in den Straßen und Gassen. Um die Kirche herum waren natürlich wieder die interessantesten Stände aus ganz Europa. Aus Belgien war eine Korbmacherin mit Ihrem Mann angereist. Und eben jener ist gelernter Tischler und fertigt zerlegbare Holzformen nach Vorgabe an. Endlich hatte ich jemanden gefunden, der weiß worauf es bei diesen Formen für eine Korbmacherin ankommt. 

Weiter ging es im Gedränge Richtung Fressmeile. Ein kleiner Imbiss, etwas zu trinken und ein Eis sorgten für kleine Pausen abseits der Menschenmassen. Und ab da hieß es nur noch Mauerhopping. Von einer Mauer zur nächsten im gemächlichen Tempo. Von den Ständen hat man allerdings wegen der vielen Besucher nicht viel gesehen. Leider.

Und am Sonntag waren gefühlt noch mehr Menschen unterwegs. Es sollen mehr als 150.000 Besucher unterwegs gewesen sein, so die Presse. Und ich glaube es. Wohl gefühlt haben wir uns in dem Gedränge nicht, so dass wir meist abseits der Menschenmassen unterwegs waren aber trotzdem einiges vom Markt mitbekommen haben. Um 15:00 Uhr waren wir dann im Stadtschloss. Ich wollte mich in der Kunst des Chaosgeflecht versuchen. Als gelernte Korbmacherin, dass muss ich zugeben, ist es mir sehr schwer gefallen chaotisch die Weiden zu verflechten, nachdem das Grundgerüst fertig war.  Ich habe es jedenfalls probiert und werde sicherlich im stillen Kämmerlein für mich allein noch mal üben. Meine favorisierte Flechtarbeit wird es aber sicherlich nicht werden.

Und dieser Kurs war dann für uns auch der Abschluss des diesjährigen Besuchs auf dem Korbmarkt. Raus aus dem Getümmel der Massen und nichts wie ab auf den Campingplatz, die letzten Stunden des Wochenende genießen.

Wir haben viele Bekannte und Freunde getroffen. Überraschender Weise waren bekannte Gesichter auch aus der Wetterau und dem Vogelsberg dabei. Ein Vorteil, wenn man Stunden auf irgendeiner Mauer sitzt und Flechtern bei der Arbeit zuschaut.

Inge und Peter, mit denen ich mich schon vorher verabredet hatte. Auch Rita war angereist.  Beide Frauen habe ich 2013 beim Deutsch-Französischen-Flechtfestival in Ludwigsburg bei einem Flechtkurs kennen gelernt.

Ein kurzer Abstecher zu Séverine und Patrick von L’osier De Gué-Droit an den Stand. Die beiden sind Weidenproduzenten und es werden auch Kurse angeboten. Vielleicht klappt es 2020 mit einem Kurs über Zarzo. Das würde mich nämlich sehr interessieren.

 

39. Korbmarkt in Lichtenfels – Lichtenfels ich komme

Es ist wieder soweit, Lichtenfels ich komme.
Am kommenden Wochenende (14. – 16.9.2018) startet  der 39. Korbmarkt in Lichtenfels, der deutschen Korbstadt. Es werden wieder viele internationale Flechtwerkgestalter zugegen sein, ebenso wie auch einige Korbhändler. Als Korbmacherin, die in den 80er  Jahren in Lichtenfels an der Berufsfachschule ihr Handwerk gelernt hat, freue ich mich wieder in der Stadt zu sein, in der ich drei Jahre meines Lebens verbracht habe.

Neben den für mich am interessantesten Orten des Geschehens, nämlich rund ums Rathaus und der Stadtkirche, werde ich auch einen kleinen Weiterbildungskurs besuchen. Denn zu meiner Ausbildungszeit wurde streng darauf geachtet ausschließlich traditionell und mit weißen Weiden zu flechten. Mal sehen wie ich als “alte” Korbmacherein mich mit dem “neumodischen” Flechtwerkgestaltungen so anstelle.

 

Einführung der Schönkasse

Letztens auf einem Flohmarkt in Ortenberg habe ich endlich meine Schönkasse gefunden. Eine kleine Holzschatulle, in die zukünftig diejenigen eine kleine monetäre Anerkennung einzahlen können, die ständig nur von Körbchen, das kann ich auch usw. redend am Stand vorbeilaufen.

Zum ersten Einsatz ist die Schönkasse beim letzten Bauernmarkt in Bad Salzhausen gekommen. Mit etwas Lockgeld versehen hat sie auf dem Tisch gestanden. Norbert Bienfait von der mobilen Kafferösterei, der immer meinem Stand gegenüber steht, war dann auch der erste, der sich die Kasse angeschaut, gelacht und bezahlt hat. Er durfte dann den ganzen Tag über meine Körbchen, die doch so schön sind und das er das auch kann, lästern.

Wenn denn die Kasse von den Besuchern wahr genommen wurde, dann wurde zum größten Teil geschmunzelt und mache habe auch bezahlt. Einer sagte seiner Frau sie solle aufpassen was sie sagt, es können teuer werden. Ganz wenige haben den Sinn meiner Schönkasse anscheinend aber dann doch nicht verstanden und gingen, bildlich gesprochen, etwas pikiert weiter.

Da vom Flechtkurs am Vortag noch viele Weiden übrig waren konnte ich diese beim Bauernmarkt verflechten und den Besuchern so veranschaulichen welche Arbeit doch in einem Korb steckt.

Auch einen reparierten Korb vom letzten Bauernmarkt hatte ich mit dabei, der zum Ende des Bauernmarkts dann auch von der Besitzerin abgeholt wurde.

Noch zwei Bauernmärkte stehen in diesem Jahr im Oktober (7. und 28.) auf meinem Terminplan, dann ist meine Marktsaison 2018 definitv beendet. Keine Weihnachtsmärkte oder dergleichen sondern nur noch Kundenaufträge abarbeiten und Produktion meiner Körbchen. Ups….