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Über Konfuzius, Geduld und zwei Rückengeflechte

Rückengeflecht eines spanischen StuhlsSchon Konfuzius wusste es: Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.
Was das mit mir als Korbmacherin zu tun hat? Im Moment ganz viel.

Die Hälfte meiner Gedulds ist mit dem ersten Rückengeflecht aufgebraucht. Die restlichen 50 Prozent  verbrauche ich jetzt mit dem zweiten Stuhl. Viele Bohrlöcher, ein dünnes Stuhlflechtrohr und dazu dann noch eine gebogene Rückenlehne, da braucht es wirklich  mal ein Zitat von Konfuzius.

Eine sehr zeitaufwändige Arbeit, die ich da im Moment ausführe. Langsamer als ich eigentlich möchte, zieht sich das Flechten hin, so dass ich mir keine Ungeduld erlauben kann. Denn das hat Else Pannek (deutsche Lyrikerin) schon erkannt: Ungeduld sieht nur das Ziel, nicht die Wege dorthin.

Genug der Sprüche und Zitate. Jetzt lasse ich Taten folgen.

 

Als Wetterauer Original zeige ich das bundesweite Immaterielle Kulturerbe (UNESCO)

Wetterauer OriginaleZum vierten Hoffest der Domäne Konradsdorf am 24. Juni hat es terminlich endlich mal gepasst und ich freue mich mit dabei sein zu können. Denn der Hof mit seinem Konzept und meine Körbe passen exzellent zusammen, wie ich meine. Gerne zeige ich mein erlerntes Handwerk und versuche so den Besuchern das von der UNESCO anerkannte bundesweite immaterielle Kulturerbe des Korbmachers nahe zu bringen.

Körbe werden schon seit über 12.000 Jahren geflochten und gilt als eines der ältesten Handwerke der Menschheitsgeschichte. Im Laufe der Zeit wurde die Technik zwar verfeinert, die Flechtmaterialien bestehen und bestanden aus lokal verfügbaren Material.

Und ich flechte meine Korbwaren heute größtenteils immer noch, so wie es mir in meiner Lehrzeit beigebracht wurde. Nämlich ausschließlich mit Naturmaterial. Bei mir kommt kein Lack auf die Körbe. Somit kann die Weide atmen, Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben.

Also schon mal den 24. Juni 2018 für einen Besuch beim Hoffest vormerken und sich sowohl kulinarisch als auch mit handwerklich Korbwaren als zertifiziertes Wetterauer Original überraschen lassen.

 

GoogleMaps: Domäne Konradsdorf und Hofladen Kleeblatt

Jahresendspurt

Einige mehr oder weniger überraschende Kundenanfragen und -aufträge stehen noch an. Darunter natürlich noch Stuhlgeflechte, aber auch Reparaturen von Korbwaren. Letztere nehme ich nur in Ausnahmefällten an. Nämlich dann, wenn diese nicht lackiert sind. So auch im letzten Fall eines Deckels für einen Wäschekorb, welcher natürlich, wie sollte es auch anders sein, lackiert war.   Wahrscheinlich werde ich den runden Deckel nachflechten, denn lackiert kann ich ihn nicht reparieren weil die Weiden beim Einweichen keine Feuchtigkeit aufnehmen und somit nicht felxibel und biegsam werden.

Seit kurzem ist es beschlossene Sache, dass ich bei Ranstadt Kreativ mitmachen werden. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluß mehrerer Kunst-/Handwerker*innen aus dem Wetteraukreis, die sich ein kleines Ladengeschäft teilen.

Zum Weihnachtsmarkt in Ranstadt am 2.12.2017 (15:00 – 22:00 Uhr) werden wir uns und unsere Produkte der Öffentlichkeit vorstellen und ein wenig Werbung für uns machen.

Und ab dem 5.12.2017 ist das Geschäft dann Dienstag und Donnerstag jeweils von 16:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr. Ich bin schon gespannt wie sich dieses kleine Projekt entwickeln wird.

 

Ein rattenscharfer Korb

Am langen Pfingstwochenende 2017 war ich bekanntlich als Korbmacherin auf dem Mittelaltermarkt in Münzenberg. Eine junge Frau stand vor mir und fragte, ob ich ihr ein kleines Körbchen aus ungeschälten Weiden anfertigen könnte. Da ich zeitgleich auch einen Flechtkurs gegeben habe waren genügend Weiden vorhanden und ich habe nach Beendigung des Flechtkurs angefangen dieses kleine Körbchen zu flechten.

Was in dem Körbchen transportiert werden sollte war klar und die Maße auch. Das Körbchen wurde dann von der jungen Frau auch abgeholt und es schien ihr auch zu gefallen. Ich bat dann bei der Übergabe um ein Bild mit Inhalt. Und vor einigen Tagen bekam ich dann das versprochene Bild.

Zitat: Die vier passen perfekt rein und haben sich gleich im Korb wohl gefühlt und vor allem bleiben sie drin liegen. Auch zum raus schauen, wenn sie mal neugierig sind ist es perfekt.
PS: Und noch mal vielen lieben Dank, dass sie es so schnell für mich angefertigt haben. Zitat ende.

Liebe Selina, das habe ich gerne gemacht und bedanke mich für das Bild. Ich wünsche weiterhin viel Freude mit dem Körbchen und hoffe den Tieren gefällt es auch in Zukunft so bequem durch die Gegend getragen zu werden.

3.9.2017 – Bauernmarkt in Bad Salzhausen

Der Aufbau für den Bauernmarkt fand bei Nebel und feuchter Wiese statt. Doch zum Glück entwickelte sich das Wetter zu einem Tag mit strahlendem Sonnenschein bei doch angenehmen Temperaturen. Und unsere Ecke wurde wieder in einen kleinen Garten mit Café umgewandelt. Kaffeerösterei, Gärtnerei und ich mit meinen Körben, wir konnten  uns nach Belieben ausbreiten und so wurde es mit Sonnenschein  wieder eine gemütliche Ecke zum Entspannen.

Anfangs lief der Markt schleppend an. Doch im Laufe des Tages kamen immer mehr Besucher und es sind doch einige Körbe verkauft worden. Mit dabei waren diesmal meine Engel. Obwohl Ralf meinte es sei noch viel zu früh sind doch einige verkauft worden. Schließlich gibt es in den Supermärkten schon das erste Weihnachtsgebäck zu kaufen. Warum sollten dann meine (B)Engel nicht auch über den Ladentisch wandern?
Drei Korb-Patienten zur Reparatur habe ich dann auch noch mitbekommen. Bei einem wird es allerdings schwierig werden den wieder zu reparieren, doch ich soll es unbedingt versuchen.

Noch zwei Mal findet jetzt der Bauernmarkt in diesem Jahr statt.
Der 1. und der 29. Oktober sind meine letzten Markttermine. Danach sind dann vier Monate marktfreie Zeit für mich. Was aber nicht bedeutet ich liege auf der faulen Haut.  So mancher Stuhl wartet noch auf ein neues Sitzgeflecht und so mancher Korb will auch noch geflochten werden.