Lichtenfelser Korbmarkt 2018

Der 39. Korbmarkt in Lichtenfels ist schon seit ein paar Tagen Geschichte.  Angereist sind wir mit Wohnwagen schon am Freitag bei schönstem Wetter. Und die Sonne sollte auch am Wochenende die ganze Zeit über scheinen.

Der Freitag diente in erster Linie dazu sich häuslich einzurichten, einzukaufen und sich auf einen tollen Korbmarkt freuen. Das Marktzelt wurde kurzerhand zum Vorzelt für den Wohnwagen umfunktioniert.

Der Samstag diente zum Einkauf von Weiden bei Hans Ender. Bei Ankunft überraschte uns ein Bus aus Dänemark und deren Insassen, die fleißig alles Mögliche an Flechtmaterial, von Weiden, Peddigrohr, Holzböden usw.,  zusammen trugen. Der Hof stand schnell voll mit kleinen Päckchen, die vom Busfahrer später verladen wurden. Zwischendurch wurde eine kleine Bar an einem Kofferraum eröffnet, damit die Weideneinkäufer bei Stimmung blieben. Hochprozentiges aller Hersteller kam zum Ausschank. Geduld war also angesagt. Irgendwann nach gefühlt langer Zeit konnte auch ich dann meine Weiden in Empfang nehmen und verladen.

Dann hieß es zurück nach Lichtenfels und ab auf den Korbmarkt. Was für ein Gedränge in den Straßen und Gassen. Um die Kirche herum waren natürlich wieder die interessantesten Stände aus ganz Europa. Aus Belgien war eine Korbmacherin mit Ihrem Mann angereist. Und eben jener ist gelernter Tischler und fertigt zerlegbare Holzformen nach Vorgabe an. Endlich hatte ich jemanden gefunden, der weiß worauf es bei diesen Formen für eine Korbmacherin ankommt. 

Weiter ging es im Gedränge Richtung Fressmeile. Ein kleiner Imbiss, etwas zu trinken und ein Eis sorgten für kleine Pausen abseits der Menschenmassen. Und ab da hieß es nur noch Mauerhopping. Von einer Mauer zur nächsten im gemächlichen Tempo. Von den Ständen hat man allerdings wegen der vielen Besucher nicht viel gesehen. Leider.

Und am Sonntag waren gefühlt noch mehr Menschen unterwegs. Es sollen mehr als 150.000 Besucher unterwegs gewesen sein, so die Presse. Und ich glaube es. Wohl gefühlt haben wir uns in dem Gedränge nicht, so dass wir meist abseits der Menschenmassen unterwegs waren aber trotzdem einiges vom Markt mitbekommen haben. Um 15:00 Uhr waren wir dann im Stadtschloss. Ich wollte mich in der Kunst des Chaosgeflecht versuchen. Als gelernte Korbmacherin, dass muss ich zugeben, ist es mir sehr schwer gefallen chaotisch die Weiden zu verflechten, nachdem das Grundgerüst fertig war.  Ich habe es jedenfalls probiert und werde sicherlich im stillen Kämmerlein für mich allein noch mal üben. Meine favorisierte Flechtarbeit wird es aber sicherlich nicht werden.

Und dieser Kurs war dann für uns auch der Abschluss des diesjährigen Besuchs auf dem Korbmarkt. Raus aus dem Getümmel der Massen und nichts wie ab auf den Campingplatz, die letzten Stunden des Wochenende genießen.

Wir haben viele Bekannte und Freunde getroffen. Überraschender Weise waren bekannte Gesichter auch aus der Wetterau und dem Vogelsberg dabei. Ein Vorteil, wenn man Stunden auf irgendeiner Mauer sitzt und Flechtern bei der Arbeit zuschaut.

Inge und Peter, mit denen ich mich schon vorher verabredet hatte. Auch Rita war angereist.  Beide Frauen habe ich 2013 beim Deutsch-Französischen-Flechtfestival in Ludwigsburg bei einem Flechtkurs kennen gelernt.

Ein kurzer Abstecher zu Séverine und Patrick von L’osier De Gué-Droit an den Stand. Die beiden sind Weidenproduzenten und es werden auch Kurse angeboten. Vielleicht klappt es 2020 mit einem Kurs über Zarzo. Das würde mich nämlich sehr interessieren.