31. Frankfurter Ostermarkt 2015

KatjaDer 31. Frankfurter Ostermarkt vom 7. bis 8.3.2015 war mit 65 Ausstellern wieder ein Publikumsmagnet. Schon lange vor Eröffnung drängten sich viele Besucher vor den Kassen.

Pünktlich um 11:00 am Samstag hieß es dann nur noch Bahn frei und plötzlich ging es rund wie beim Schlußverkauf. Mit mir zusammen sind im eigentlich großen Vorraum ein Glasbläser und ein Holzwerker vertreten. Aber der Platz wurde mit einem Mal sehr eng. Vor jedem Stand drängten sich die Besucher, um erst ein Mal zu prüfen, was denn so alles angeboten wird. Danach schob sich die Besucherschar weiter Richtung der nächsten Aussteller. Ein stetiger Strom von Gästen, der sich durch die Ausstellung schob und bis zum späten Nachmittag anhielt.

Viele Fragen wollten beantwortet werden, was Stuhlgeflecht und meine Korbwaren betrifft. Und immer wieder hieß es: Ja, alles ist aus eigener Produktion. Zukaufware gibt es bei mir nicht.

So ging es den ganzen Samstag und am Sonntag wiederholte sich dann das Schauspiel. Es ist verblüffend, wie viele Besucher dieser Markt aus Nah und Fern anzieht. Man hört viele verschiedene Sprachen wie englisch, französisch, spanisch usw. und weiß sich doch zu verständigen.

Zwischendurch wurde ich ab und zu darauf angesprochen, dass man über mich doch erst kürzlich in der Zeitung gelesen hat und ob ich das bin.
Das stimmt sogar; nämlich hier: Streifzug: Sonderbeilage zur Wetterauer Zeitung

Man fand es toll, dass ich nach 30 Jahren wieder zu meinem erlernten Beruf, der Korbmachrei, gefunden habe usw. Ein klein wenig darf ich also Stolz auf meinen Entschluß sein.

Interessant war zwischendurch auch ein Kommentar eines Besuchers, der meinte, dass meine Korbwaren ziemlich teuer sind. Kurzerhand habe ich ihm gesagt, dass er ja seinen Korb auch gerne bei einem allseits bekannten Möbelhaus kaufen kann (wobei ich persönlich absolut nichts gegen das Möbelhaus habe).
Manche Leute haben aber scheinbar keine Vorstellung davon, welche Arbeit, Zeit und Kosten hinter der Herstellung von Korbwaren aus Deutschland entstehen:
– die Weiden müssen beschafft und zu mir transportiert werden
– das Auslesen der Weiden dauert seine Zeit
– zum Einweichen der Weiden braucht man Wasser (bei Frost leider Trinkwasser)
– das Flechten dauert seine Zeit
– Licht, Heizung, Miete wollen bezahlt sein
– und es soll ja auch noch etwas Geld übrig bleiben
Da möchte man doch gerne mal fragen, ob derjenige dafür bereit ist zu arbeiten.

Zum Glück sind solcherart Bemerkungen über meine ach so teuren Korbwaren die absolute Ausnahme. 99,9% wissen meine Arbeit zu schätzen und sie ist es ihnen auch Wert. Denn so mancher Korb hat seinen Besitzer gefunden.

Während der zwei Markttage hatte ich einen Stuhl mit, bei dem die Sitzfläche neu geflochten wird. Eine junge Frau stellte sich vor mich und fragte, ob der Stuhl eventuell aus Langensellbold sei. Das konnte ich bejahen und es stellte sich heraus, dass sie diesen Stuhl bisher als Schreibtischstuhl besessen hat und ihre Mutter den Reparaturauftrag gegeben hat. Sachen gibt’s….

Das sind nur zwei Geschichten am Rande der zwei erlebnisreichen Markttage. Es hat sich wieder bestätigt, dass der Ostermarkt im Dominikanerkloster in Frankfurt sich zu einem Traditionsmarkt entwickelt hat, bei dem ich gerne mit dabei bin. Man fühlt sich von Seiten der Veranstalter immer willkommen, wird immer herzlich begrüßt und ich kann mit meiner Arbeit etwas dazu beitragen, dass der Reinerlös des Marktes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Hessen e.V. zu Gute kommt.

Von daher freue ich mich schon auf den Herbstmarkt, der vom 31.10. – 1.11.2015 stattfindet.