14. – 16.5.2016 – Mittelalterspektakulum Münzenberg

KatjaLange ersehnt war dieses Wochenende zu Pfingsten. Das 15te Mittelalterspektakulum in Münzenberg stand an. Und da kann man viel berichten.

Bereits ein Tag vor Beginn sind wir nach Münzenberg gefahren und haben bei Sonnenschein unsere beiden Zelte aufgebaut und alles für das lange Wochenende vorbereitet. Darunter auch die Weiden für einen schon vor Wochen angemeldeten Flechtkurs für drei Mitglieder der  Lagergruppe Castrum pax et gaudium . Drei Stunden haben wir uns insgesamt für den Aufbau Zeit gelassen.

Erster Markttag, Samstag 14.5.2016

Und dann ging es auch schon los. Samstag morgen früh aufstehen und das morgendliche Ritual vollziehen. Dann in die Gewandung werfen und ab nach Münzenberg und alle am Vortag vergessenen Sachen (Ralf war’s 🙂 ) noch mitnehmen und am Stand ausladen.

Eigentlich wollten wir ja von Samstag auf Sonntag vor Ort übernachten, doch die Wetterprognose und vor allem die angekündigten nächtlichen Temperaturen haben uns dann ganz schnell als Weicheier geoutet. Die Vorstellung im Bus bei um die 3° in der Nacht zu schlafen hat uns zu dem Entschluss gebracht doch lieber von vornherein zu kneifen.

Den Samstag über war ich ausschließlich mit den Teilnehmern des Flechtkurs beschäftigt. Der Bonifatius (Eisheiliger am 14. Mai) hat uns ganz schön zugesetzt. Wind, etwas Regen, aber immer unterbrochen von Sonnenschein, haben einen doch frösteln lassen. Da hat man schnell gemerkt, dass wir kleidungstechnisch nur auf warme Temperaturen ausgelegt sind. Ralf ‘s Versuch sich mittels Laterne und brennender Kerze unterm Umhang einzuheizen ist dann auch kläglich gescheitert.       

So haben wir dann gegen 22 Uhr den Marktstand geschlossen und sind mit eingeschalteter Sitzheizung die 25km nach Hause gefahren, wo uns eine warme Wohnung und ein kuscheliges Bett erwartet haben.

Zweiter Markttag, Sonntag 15.5.2016

Morgens um 7 Uhr sitzt man senkrecht im Bett, wenn der Wecker sein unerbittliches PiiiieeeepPiiieeeep raus schreit. Die Nacht war viel zu kurz und schlaftrunken quält man sich aus dem Bett, wackelt in die Küche und setzt erst mal einen Kaffee auf.

Der Entschluss für den Sonntag statt Kaltgetränke lieber heißen Tee mitzunehmen stand schon am Vortag fest. 2,5 Liter wurden aufgebrüht und in die nachweislich mittelalterlich A definierte Thermoskanne umgefüllt. A steht hier aber nicht für Authentisch, sondern für Alternativ.

Die “Kalte Sophie” als Eisheilige dieses Tages haben wir dann ein Schnippchen geschlagen. heute hieß es anziehen was einem nur irgendwie der Kälte trotzen lässt. Denn 13 Stunden Markt ist lang, sehr lang.

In Münzenberg angekommen war die Zelte  schnell wieder hergerichtet, dass man noch genügend Zeit hatte in aller Ruhe selbst mal über den Markt zu schlendern. Und hier und da wurde noch ein kleines Schwätzchen gehalten.

Schon vor Marktbeginn fanden sich schon die ersten Besucher ein. Und vom samstäglichen Flechtkurs sollte heute noch eine Schale fertig gestellt werden. Die Weiden haben über Nacht gut verpackt draußen gelegen. Jetzt hieß es sich warme Gedanken zu machen, denn die Weiden sind von der Sophie ganz schön gekühlt worden. Da bekam man schon das Gefühl selbst zu einem der Eisheiligen werden zu können.

Der Wechsel von Wind, Regen und Sonne  und der gefühlten Temperatur um 9° hat dann dazu geführt, dass die geplanten Mitmachaktionen mit Peddigrohr ausfallen. Es ist keinem zuzumuten für Eishände auch noch Geld zu zahlen. Also ließ man sein Lächeln vom kalten Wind einfrieren und begrüßte die vielen Besucher am Stand höflich. Jede Lücke in der Wolkendecke, die Sonnenstrahlen durch ließ, wurde genutzt ein kleines bisschen Wärme zu tanken.

Je später der Tag bzw. näher der Feierabend rückte um so mehr kroch einem die Kälte in die Knochen. Somit stand der Entschluss auch diese Nacht im heimischen Bett zu verbringen.

Dritter Markttag, 16.5.2016

Wecker, aufstehen, Kaffe, Tee, ab nach Münzenberg. Das gleiche Prozedere wie tags zuvor.

Doch eines war heute anders. Der Wetterbericht versprach heute keinen Regen und auch keine Schauer. Hoffnung keimt auf, die Zelte doch trocken in den Anhänger zu bekommen.

Auch am Pfingstmontag habe ich mich entschlossen keine Flechtkurse anzubieten. Es ist und bleibt kalt. Bei den Eisheiligen fehlt also noch ein sechstes Mitglied in deren Reihen.

Das zweite Zelt wurde jetzt kurzerhand umdekoriert und noch weitere meiner Korbwaren dort platziert. Gut, dass der Anhänger hinter einem Zelt steht. Und gut kaschiert mit Planen fällt er kaum auf.

Die Hände haben wir uns aufwärmen können, als sich Jonny Robels gegenüber vom Zelt niederließ und dafür sorgte, dass unser Stand regelrecht belagert wurde. Allerdings schauten alle in die verkehrte Richtung. Doch Händegeklapper regt die Durchblutung an und jedes Lied wurde damit belohnt. Die Sonne im Nacken unterstützte dann auch zeitweise diese Aufwärmphase. So genossen wir ebenfalls die musikalischen Darbietungen, herzlich-schaurigen Texte bekannter Melodien.

Wenn der Zehnt eingetrieben wird ist das ein untrügliches Zeichen für das nahende und endgültige Ende des Mittelalterspektakulums zu Münzenberg. Und die längsten 60 Minuten der drei Tage dauernden Veranstaltung beginnen. Zwischendurch noch ein kurzer Kassensturz und man kann einigermaßen zufrieden sein. Keine Reichtümer, die man angehäuft hat, aber auch nicht so, dass man aus eigener Tasche noch drauflegen müsste.

Nachdem noch kurze Absprachen mit den Standnachbarn getroffen wurden wegen der Einfahrt in die doch beengten Plätze hieß es dann Feierabend und Abbau.
Offizielles Ende war 19 Uhr und komplett abgebaut und eingeräumt hatten wir um 19:46 Uhr. TROCKEN! möchte ich hier betonen.
Sehr viele “Tschüß, Ciao, bis bald, man sieht sich” später ging es dann auch tatsächlich ab nach Hause.

Drei Tage lange zuvor ersehntes Mittelalterspektakulum zu Münzenberg sind zu Ende. Glücklich, erschöpft und die Aussicht auszuschlafen ohne Wecker geht es heimwärts.
Apropos Wecker: man soll die Rechnung nicht ohne drei Katzen machen. Denen haben wir wohl vergessen zu sagen, dass wir ausschlafen wollen – gähn

Fazit

Auch in der 15ten Auflage haben es die Organisatoren der Freien Ritterschaft zu Münzenberg geschafft ein perfektes Fest auf die Beine zu stellen und dazu auch noch zu vergrößern. Wenn um die 1000 Aktive aus Lager, Ritter und Händler zu betreuen sind bedeutet das viel Arbeit, ein gutes Nervenkostüm und auch starkes Durchsetzungsvermögen.

Tagsüber sieht man immer jemanden der Ritterschaft am Zelt vorbei gehen und man hätte so, wenn benötigt, immer einen Ansprechpartner greifbar.

So bedanke ich mich für die viele und tolle Arbeit des Vereins und die Stärkung der regionalen Korbmacherei (man wird wissen was gemeint ist). Wie immer war es ein Erlebnis erster Güte dabei sein zu dürfen und Pfingsten 2017 habe ich schon reserviert.