Mittelalterfest in Büdingen 2017

Regen, Hagel, Sonne und sehr heiß. Das sind die Schlagworte vom vergangenen Wochenende beim Mittelalterfest in Büdingen.

Freitag, 7.7.2017 – Aufbautag
Angefangen hat das Mittelalterfest in der Büdinger Altstadt am Freitag mit dem Aufbau der beiden Zelte. Doch bevor wir loslegen konnten mussten wir erst einmal im Schatten darauf warten, dass unser Platz von parkenden Autos befreit wurde. Der Aufbau war vom Veranstalter ab 13:00 Uhr freigegeben. Die Parkplätze für Besucher aber von der Stadt bis 15:00 Uhr. Suboptimale Kommunikation nennt man so was wohl. Aber im Schatten ließ es sich aushalten und man konnte anderen bei der schweißtreibenden Aufbauarbeit zuschauen.

Aber irgendwann hieß es dann auch für uns Schwitzen bis zum geht nicht mehr. Gemächlich wurden die Zelte aufgebaut und mit Tische, Bänke und meinen Korbwaren bestückt. Der Schweiß lief trotzdem in Strömen, auch wenn man versucht hat sich nur in Zeitlupe zu bewegen.

Irgendwann waren wir dann auch fertig mit dem Aufbau und Einrichten. Die Luken zu und Ab nach Hause ins Kühle war dann der einzige Gedanke. Noch auf dem Heimweg wurde der Himmel immer dunkler, Blitz und Donner und Regen und Hagel in Massen. Auf der einen Seite froh das nicht vor Ort mitmachen zu müssen waren unsere Gedanken aber auch bei denen in Büdingen, die noch mit dem Aufbau beschäftigt waren: Hoffentlich passiert nichts.

Samstag, 8.7.2017 – Erster Markttag
Früh schon waren wir wieder zurück in Büdingen. Nach dem, was man so auf facebook mitbekommen hatte, war man doch schon etwas nervös, ob die Zelte das Unwetter vom Vorabend unbeschadet überstanden hatten oder die Körbe schwimmender Weise das weite gesucht hatten. Aber alles war in bester Ordnung. Erleichtert konnten wir uns der Marktvorbereitung widmen.  Von 13 bis 24 Uhr war die offizielle Marktzeit. Das bedeutete locker 13 Stunden auf dem Schloßplatz bei muckeligen 29° Grad Celsius  beginnen und bei 25° den Markt beenden. Aussichten, die einem schon allein von dieser Tatsache die Schweißperlen auf die Stirn und sonst wo austreten ließen.

Ich habe dann mal angefangen mein Handwerk auszuüben und geflochten. Zunächst drei ovale Böden. Da dies der dritte Markt hintereinander war fehlten mir Einkaufskörbe. Zunächst also geschälte Weiden einweichen. Dazu haben wir einen großen Mörtelkübel dabei und die Weiden dort irgendwie rein gewürgt und mit Spanngurten und Holzkeilen unter Wasser gehalten. Ein Tuch zum Kaschieren des Plastikkübel drüber und zwei Stunden warten. Ungeschälte Weiden hatte ich schon zu Hause im Wasser.

Je später der Tag, desto wärmer wurde es. Jede volle Stunde war auf dem Schloßplatz Musik und Gaucklerei. Wir waren also bestens mit Unterhaltung versorgt und froh uns so wenig wie Möglich bewegen zu müssen. Am Abend war dann der erste Korb bis auf den Henkel fertig. Ich aber auch, so dass für heute der Feierabend eingeläutet wurde. Irgendwann steigt bei den Temperaturen einfach der Kopf aus. Es wurde dann nur noch die Ambientebeleuchtung angemacht und den wenigen Besuchern, die noch vorbei gekommen sind, ein Grußwort zugerufen. dann endlich Feierabend und mit dem Wissen auf eine kurze Nacht vor sich zu haben, ging es ab nach Hause.

Sonntag, 9.7.2017 – Zweiter Markttag
Mit viel zu wenig Schlaf um 10 Uhr schon wieder zum Marktgeschehen auf dem Schloßplatz anzutreten war schon eine Überwindung für so ältere Herrschaften wie wir es sind. Der Markt sollte bis 19 Uhr gehen und die Tagestemperaturen höher liegen als Tags zuvor. Und so war es dann auch.

Es hilft alles nichts. Ich muss mein Handwerk vorführen und Körbe flechten. Gesagt, getan, geschwitzt. Angenehm waren die Pausen, wenn Weiden im Wasser lagen und ich warten musste. Ansonsten verlief der Tag wie am Samstag auch:
Besucher – Fragen – Antworten – Flechten.

Ungeduldig wurde man dann kurz nach 18 Uhr. Nur noch eine Stunde bis Marktende und alle 60 Sekunden der Blick auf die Uhr und sich wünschen, dass die Zeit schneller vergeht. Abgebaut und eingepackt wurde in aller Ruhe. Und auch der Heimweg wurde ruhig angegangen. Zu Hause dann nur noch den Anhänger parken, alles so lassen wies es ist, raus aus den Klamotten und auf der kühlen Terrasse genüsslich ein Met für mich und ein Feierabendbier für Ralf trinken.

Und damit ist das Mittelalterfest 2017 in Büdingen also auch schon Geschichte. Die Gedanken kreisen schon für das nächste Wochenende in Himbach, wo ebenfalls mittelalterlich der nächste Markt auf uns wartet.

Fazit Büdingen 2017
1. Den Marktbeschickern eine Dauereintrittskarte aushändigen, denn auch ein Händler muss evt. mal das Gelände verlassen und hat so keine Diskussionen an der Kasse, wenn er wieder in die Altstadt zurück will.
2. Aufbauzeit und Benutzung der Parkplätze abstimmen, damit auch tatsächlich aufgebaut werden kann, ohne lange Wartezeiten.
3. Es waren deutlich weniger Stände vorhanden. Auffallend besonders am Schloßplatz und der Verbindung zwischen Markt- und Schloßplatz – Schloßgasse- Altstadt. Die Lücken waren sehr auffällig und haben sicherlich viele Besucher und damit auch mögliche Kunden gekostet.
4. Der Schloßplatz ist trotzdem meine bevorzugte Wahl. Es herrscht kein Gedränge und man hat viel Platz; vor allem zum Auf- und Abbau.
5. Auch 2019 wäre ich gerne wieder mit dabei