39. Korbmarkt in Lichtenfels – Lichtenfels ich komme

Es ist wieder soweit, Lichtenfels ich komme.
Am kommenden Wochenende (14. – 16.9.2018) startet  der 39. Korbmarkt in Lichtenfels, der deutschen Korbstadt. Es werden wieder viele internationale Flechtwerkgestalter zugegen sein, ebenso wie auch einige Korbhändler. Als Korbmacherin, die in den 80er  Jahren in Lichtenfels an der Berufsfachschule ihr Handwerk gelernt hat, freue ich mich wieder in der Stadt zu sein, in der ich drei Jahre meines Lebens verbracht habe.

Neben den für mich am interessantesten Orten des Geschehens, nämlich rund ums Rathaus und der Stadtkirche, werde ich auch einen kleinen Weiterbildungskurs besuchen. Denn zu meiner Ausbildungszeit wurde streng darauf geachtet ausschließlich traditionell und mit weißen Weiden zu flechten. Mal sehen wie ich als “alte” Korbmacherein mich mit dem “neumodischen” Flechtwerkgestaltungen so anstelle.

 

Einführung der Schönkasse

Letztens auf einem Flohmarkt in Ortenberg habe ich endlich meine Schönkasse gefunden. Eine kleine Holzschatulle, in die zukünftig diejenigen eine kleine monetäre Anerkennung einzahlen können, die ständig nur von Körbchen, das kann ich auch usw. redend am Stand vorbeilaufen.

Zum ersten Einsatz ist die Schönkasse beim letzten Bauernmarkt in Bad Salzhausen gekommen. Mit etwas Lockgeld versehen hat sie auf dem Tisch gestanden. Norbert Bienfait von der mobilen Kafferösterei, der immer meinem Stand gegenüber steht, war dann auch der erste, der sich die Kasse angeschaut, gelacht und bezahlt hat. Er durfte dann den ganzen Tag über meine Körbchen, die doch so schön sind und das er das auch kann, lästern.

Wenn denn die Kasse von den Besuchern wahr genommen wurde, dann wurde zum größten Teil geschmunzelt und mache habe auch bezahlt. Einer sagte seiner Frau sie solle aufpassen was sie sagt, es können teuer werden. Ganz wenige haben den Sinn meiner Schönkasse anscheinend aber dann doch nicht verstanden und gingen, bildlich gesprochen, etwas pikiert weiter.

Da vom Flechtkurs am Vortag noch viele Weiden übrig waren konnte ich diese beim Bauernmarkt verflechten und den Besuchern so veranschaulichen welche Arbeit doch in einem Korb steckt.

Auch einen reparierten Korb vom letzten Bauernmarkt hatte ich mit dabei, der zum Ende des Bauernmarkts dann auch von der Besitzerin abgeholt wurde.

Noch zwei Bauernmärkte stehen in diesem Jahr im Oktober (7. und 28.) auf meinem Terminplan, dann ist meine Marktsaison 2018 definitv beendet. Keine Weihnachtsmärkte oder dergleichen sondern nur noch Kundenaufträge abarbeiten und Produktion meiner Körbchen. Ups….

 

Vorfreude auf Korbmarkt Lichtenfels und erste Gedanken zu 2019

Die Vorfreude auf den Korbmarkt in Lichtenfels steigt. Und das ist dann auch für mich ein untrügliches Zeichen, dass so langsam meine Saison zu Ende geht. Auf dem Terminkalender stehen nur noch ein Flechtkurs am kommenden Samstag und drei Bauernmärkte; der Letzte dann am 28. Oktober.

Aber schon jetzt mache ich mir Gedanken über 2019. Die Termine stehen bereits fest oder sind zumindest fest eingeplant, die geplanten Flechtkurse werden ergänzt mit einem Kurzprogramm und noch so manche Ideen mehr.

Worauf ich mich besonders freue ist der Besuch des Korbmarktes in Lichtenfels im September. Alle zwei Jahre versuche ich diesen zu besuchen und mich inspirieren zu lassen von den internationalen Teilnehmern rund um die Kirche. Auch die Weiterbildung wird für mich diesmal nicht zu Kurz kommen.  Verknüpft wird das Wochenende natürlich auch mit einem Einkauf von Weiden und sonstigem Flechtmaterial bei meinem Materialhändler. 

Hitze hält Besucher vom Bauernmarkt fern

Gestern noch beim Ranstädter Tag geschwitzt, hieß es heute auf zum Bauernmarkt.

Kühle 32° im Schatten waren vom Wetterdienst vorhergesagt. Angefühlt hat es sich aber deutlich wärmer. Hätte im Schatten der Bäume nicht auch hin und wieder ein Lüftchen geweht, man hätte es nicht ausgehalten.

Deshalb waren früh morgens auch nur Stammkunden zu sehen, die im Eiltempo ihre bevorzugten Stände ansteuerten und sich sofort wieder auf den Weg nach Hause machten.

Ansonsten war es sehr überschaubar, was die Besucherzahlen betrifft. Geschätzt im unteren (weit unten) dreistelligen Bereich.

Einen Korb habe ich zur Reparatur gebracht bekommen. Ein durchaus schönes Stück. Aber der Henkel ist eine Katastrophe. Da hat sich jemand mal irgendwann nicht wirklich Gedanken gemacht oder es nicht besser gewusst wie ein Henkel an einen Korb angebracht werden sollte. Und genau den Henkel werde ich, wie es sich gehört, reparieren.

Reparaturauftrag Bauernmarkt Reparaturauftrag Bauernmarkt

Flechtkurs beim Ranstädter Tag am 4.8.2018

Mal in ein anderes Handwerk reinschnuppern, dass hat sich Andreas aka Groby vom Lederstübchen gedacht, als er sich für den heutigen Tag mit seiner Frau Astrid schon vor Monaten zum Flechtkurs angemeldet hat.

Da wir Teil des Ranstädter Kreativ- und Genussladen sind lag es nahe den Kurs beim Ranstädter Tag im Hofgut stattfinden zu lassen. Früh morgens haben wir gemeinsam das Kurszelt und auch den Verkaufsstand unserer Ladengemeinschaft aufgebaut. Und dann ging es los mit dem Flechtkurs.

Für jemand, der sonst immer nur Leder verarbeitet war das eine ganz neue Erfahrung. Und schon beim anfertigen des Bodenkreuz hieß es “Das geht ganz schön in die Finger”.  So wie die Temperaturen stiegen, stieg dann auch die Anforderung an die Kursteilnehmer die Weiden so zu verarbeiten, dass zu guter Letzt auch eine Schale entsteht. Mit und ohne eingearbeitete Griffe, ganz wie man möchte.

Flechtfehler wurden unerbittlich korrigiert. Und ob deshalb Angstschweiß vor der strengen Kursleiterin auf der Stirn zu sehen war oder ob es doch nur an der Hitz lag?

Gegen 17:00 Uhr war es dann auch geschafft. Die Körbe waren fertig und Astrid und Groby waren froh aber auch stolz auf das Geleistete. Für Groby war der handwerkliche Ausflug von Leder zu Weide eine Erfahrung, die er nicht unbedingt wiederholen möchte, jetzt aber weiß was für eine Arbeit in einem Korb steckt.

Gemeinsam haben wird dann am Verkaufsstand den Tag ausklingen lassen und uns auf den Feierabend gefreut.

 

Quietschbunt

Der zweite Flechtkurs im Rahmen der Ortenberger Ferienspiele fand am 24.7.2018 statt. Wieder unterstützt von Anna und ihrem Hund Tara hieß es für zehn Kinder farbenfrohe Körbchen zu flechten. Manche der Flechter*innen schafften in den drei Stunden sogar zwei Stück. 

Draußen vor dem NABU Vereinsheim in Selters, im Schatten der großen Platane, wurde das bunte Peddigrohr in allen möglichen Farbkombinationen verflochten. Doch zuvor hieß es die Aufsteller am Sperrholzboden zu verflechten, um die dann geflochten wurde. Und so wurde jedes Körbchen nach und nach Quitschbunt.

 

 

 

Hitzeschlacht am Georgenwald

Beim 11. Hohenstaufer Mittelalterfest in Limeshain-Himbach am 14. und 15. Juli 2018 ging es heiß her. Bereits einen Tag zuvor machten wir uns zum Aufbau mit allem Notwendigen auf die Reise zum Georgenwald.

Der Standplatz war diesmal an gewohnter Stelle am Eingang. Nach kurzer Suche haben wir das Schild mit meinem Firmennamen gefunden. Eine kurze Rücksprache mit  der Orga war noch nötig, damit wir wussten wieviel Platz links und rechts noch von Händlerkolleg*inn*en benötig wird.

Und dann wurde in aller Ruhe aufgebaut. Außentemperatur morgens um 11 Uhr waren geschätzte 26 Grad, gefühlt aber um die 40 Grad. Und der menschliche Kühlapparat hat dafür gesorgt, dass alles in den Griff zu bekommen. Patsch-Nass, nach Sauerstoff ringend, und mit reichlicher Wasserzufuhr haben wir den Aufbau dann beendet. Damit war dann für das Marktwochenende soweit alles vorbereitet. 

1. Markttag

Was gibt es schöneres als an einem Wochenende am Samstag morgens um 6:15 Uhr vom Wecker daran erinnert zu werden, sich doch mal auf  Himbach vorzubereiten. Nach Dusche, Frühstück, und nachdem alle Katzen versorgt waren machten wir uns an die kurze Anfahrt. Gemütlich wurde der Marktstand für die nächten 14 Stunden vorbereitet. Und mit jeder Minute wurde es wärmer und wärmer. Trotz Schatten von den Bäumen rings herum deutete sich ein heißer Tag an. Die Vermutung ging dann auch dahin, dass sich die Zahl der Besucher an den zu erwartenden Temperaturen orientiert. Und so war es dann auch. Ein übersichtlicher Besucherstrom zog am stand vorbei, hier und da ein kurzes Gespräch und immer auf der Suche nach einem kühlen und schattigen Plätzchen.

Die ersten Stunden habe ich dann damit verbracht ein Stuhlgeflecht anzufangen,  mal hierhin und dahin zu Kolleginnen zu gehen.  Zu späterer Stunde wurden die Aktivitäten dann doch sparsamer, denn  von 14 – 17 Uhr stand die Sonne genau an der Stelle, wo kein Baum Schatten spendete. Zum Glück änderte sich das gegen 19 Uhr, als es dann endlich wieder etwas kühler wurde. Die Sehnsucht nach gemäßigten Temperaturen wuchs und man freute sich auf einen Abend mit Freunden bei Met, Wein, Wurst, Geschwätz.    Sehr früh am Sonntag, so gegen 1 Uhr hat man sich dann ins Bett gelegt…ja wir haben in Himbach genächtigt.

2. Markttag

Etwas unruhig, da auch ungewohnt, weil nicht regelmäßig, war die kurze Nacht am Sonntag morgen um 7 zu Ende. Sonnenlicht und der Drang seinen menschlichen Bedürfnissen nachzugehen haben uns unerbittlich aus dem VW Bus getrieben. Irgendwie hat man es geschafft sich auf den Weg zur Katzenwäsche zu machen, sich Marktfein zu machen und hat sogar den direkten Weg zum Stand gefunden. Nicht, weil man alkoholisch bedingte Nachwehen hätte, sondern eher der Hitze vom Vortag und dem unruhigen Schlaf geschuldet. Und natürlich das Bewußtsein, dass es am Sonntag nochmal wärmer werden soll. 

Frühstück im Zelt mit Steaks, Tomaten, Gurken, Banane. Nur der Kaffee fehlt. Und da hat sich Anna von der Troll- und Märchenschmiede bereit erklärt für uns mit dem Hallo-Wach-Ohne-Kaffe-am-morgen-geht-gar-nichts zu versorgen. Ui, und der war dann aber auch stark gebrüht.  So hat man sich die Zeit bis zur Markteröffnung  vertrieben und dann gehofft, dass nicht noch weniger Besucher erscheinen werden.

Und es kommt doch immer alles anders, als man befürchtet oder vermutet. Subjektiv waren nicht mehr Besucher unterwegs. Dafür aber deutlich kaufbereite als am Vortag.  Und sogar die jüngeren Marktbesucher haben sich zumindest für das Flechten mit Peddigrohr interessiert. Das war dann allerdings wieder schweißtreibend: Aufstehen, buntes Peddigrohr aussuchen, hinsetzen und alles wieder von vorn. Danach hieß es dann zunächst Pause, Schatten, trinken, trinken, trinken. Stuhlgeflecht weiter machen, Pause, trinken, trinken usw.

Und dann war es soweit. Marktende = Abbauzeit. Langsam aber stetig wurde alles verpackt, abgebaut und verladen. Trinken nicht vergessen.  Irgendwie hatte man das Gefühl,  das Mineralwasser hat den direkten Weg über die Schweißdrüsen nach draußen genommen. Man hat es trotzdem geschafft und sich im eigen Saft eingelegt auf den Heimweg gemacht. In aller Kürze: Ankunft, Terasse, Schatten, Wind, Kühle, Prost, Gute Nacht.

Fazit

Schön gelegen am Georgenwald in Himbach gehört der Markt  einfach in meine Jahresplanung.  Es geht immer familiär zu und  jeder bleibt stets locker (99,9% zumindest).

Es macht einfach Spaß hier dabei sein zu können und ich freue mich schon in 364 Tagen hoffentlich wieder dabei sein zu dürfen.

 

 

Kinderflechtkurs unter der Platane

12 Kinder hatten sich eingefunden, um bei den Ferienspiele der Stadt Ortenberg wieder zu mit buntem Peddigrohr zu flechten.

Im Schatten der großen Platane sitzend wurden teils selbstständig und manchmal auch mit ein wenig Unterstützung geflochten. Die Profis, die schon mehrmals in den letzten vier Jahren teilgenommen hatten legten sofort los. Alle anderen benötigten ab und zu ein wenig Hilfestellung. Doch jedes Exemplar war letztendlich für sich einzigartig in seinen Farben. Nach drei Stunden war dann auch jeder Flechtschüler fertig und konnte ein fertiges Körbchen mit nach Hause nehmen.

Ich danke meiner Freundin Anna, die mir gemeinsam mit Tara geholfen hat.

 

Ich lasse mir über die Schulter schauen beim Ranstädter Tag

Ranstädter Tag – Eine Veranstaltung der Gemeinde, die in diesem Jahr hoffentlich unter einem besseren Stern steht als vor 4 Jahren. Da musste die Veranstaltung wegen Hochwasser abgesagt werden. Feuerwehr, Bauhof und Helfer waren damals im Dauereinsatz. Ein Ereignis worauf wir vier Jahre danach gerne verzichten können.

Am 4. August ab 14:00 Uhr findet der Ranstädter Tag im alten Hofgut statt. Da auch der Gemeinschaftsladen Ranstädter Kreativ- und Genussladen mit einem Stand teilnimmt, habe ich mich kurzerhand entschlossen, den für diesen Tag angesetzten Flechtkurs von Ortenberg nach Ranstadt zu verlegen.

Wer also schon immer mal wissen wollte was bei einem Flechtkurs so passiert, der kann sich jetzt selbst davon einen Eindruck verschaffen und den Flechtschüler auf die Finger und mir über die Schulter blicken.