Kundenauftrag Halbsonnengeflecht

Defektes Halbsonnengeflecht Zwei Stühle mit einem Halbsonnengeflecht in ihren Rückenlehnen beschäftigen mich zur Zeit. Nach dem ausführlichen fotografieren der Details wurde das alte Geflecht entfernt und die Sacklöcher aufgebohrt.

Mit Flechtfäden in 1,8mm Stärke bin ich jetzt dabei das neue Halbsonnengeflecht aufzubauen. Eine wahnsinns Fummelarbeit, vor allem am Anfang und wenn dazu auch noch oben vier Fäden in ein Loch kommen. 

Thonet Armlehnstuhl wieder besitzbar

Die Tage konnte ich einen wirklich schönen Armlehnstuhl von Thonet mit einem neuen Sitzgeflecht seiner Besitzerin übergeben. Solche Stühle sind teilweise eine Herausforderung, denn oft genug verlaufen die alten Flechtfäden direkt dort, wo die vorderen Stuhlbeine im Sitzrahmen verleimt sind. Und da ich keine Tischlerin bin und den Stuhl nicht auseinander nehmen kann, müssen Sacklöcher gebohrt werden. In diese werden dann die Fäden mit einem kleinen Holzkeil verklebt. So auch bei diesem Stuhl an vier Stellen.

Thonet Armlehnstuhl
Vorher
Thonet Armlehnstuhl
Nachher

Albtraum beim Austausch von Stuhlgeflechten

Irgendwann geht auch ein Sitzgeflecht mal kaputt und muss ersetzt werden. Dabei sind mir schon die skurielsten Befestigungsmethoden des alten Geflechts untergekommen. Angefangen von Massen an Tackerklammern bis hin zu Unmengen von Industriekleber in den Bohrlöcher und unter der Sitzfläche ist alles schon da gewesen.

In solchen Fällen bin ich gefordert. Für mich ist es ein absoluter Albtraum wenn wirklich jedes Bohrloch mit Industriekleber zugekleistert ist und ich jedes einzelne aufbohren muss. Der Kleber wird dabei warm und elastisch und verklebt dann den Bohrer.  So auch jetzt bei einem Sitzrahmen und einem Thonet Armlehnstuhl. So manche Äußerung, die ich in der Werkstatt dann von mir lasse, ist nicht mehr druckreif. Ich frage mich dann immer warum der Vorgänger gemeint hat nur so hält ein Stuhlgeflecht. Ein kleines Tröpfchen Leim an einigen Stellen hätte durchaus gereicht. Aber anscheinend gab es den Kleber irgendwo im Sonderangebot und frei nach dem Motto viel hilft viel und hält sorgt es für viel Spaß beim nächsten Entfernen eines defekten Sitzgeflechts. Aber in solchen Dingen verstehe ich dann doch keinen Spaß.

Das sei mal gesagt von einem, der sich über jedes fachgerecht hergestellte Sitzgeflecht freut, wenn es dann mal erneuert werden muss.

Winterpause startet

Mit dem letzten Bauernmarkt in Bad Salzhausen am vergangenen Wochenende ist die Marktsaison 2018 für mich beendet. Kalt und vor allem windig war es und die große Kanne mit heißem Tee war deshalb mit dabei und hat uns über den Tag gerettet. So waren wenigstens ab und zu die Hände warm.

Erwartungsgemäß waren nicht viele Marktbesucher unterwegs. Und so war es schön, dass Andreas vom Lederstübchen Ranstadt und Astrid und einer heißen Kanne Tee  uns besucht haben. Am Stand sitzend hat man sich unterhalten über dies und das.

Da doch immer wieder mal ein etwas heftiger Windstoß durch die Kurallee fegte blieb es nicht aus, dass ein Zelt (Gartenpavillon) sich selbstständig gemacht hat. Das kuriose war, dass man die Zeltbeine nicht mit Heringen gesichert hatte, sonder so wunderschöne weiße Kieselsteine (2cm Durchmesser) in kleinen Häufchen um den Fuß drapierte. Steine sind ja schließlich schwer 🙂 Aber es hat nichts geholfen; das Zelt lag dann irgendwann mal auf der Straße. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Steinchen nicht wirklich als Strumsicherung gedacht waren.

Jetzt beginnt für mich also die marktfreie Zeit. Was aber nicht bedeutet wirklich frei zu haben. Es sind noch einige Dinge zu erledigen und auszuprobieren. Denn im nächsten Jahr werde ich auch Flechtkurse für Deko aus Weiden anbieten. Astrid als Versuchskaninchen habe ich schon  angeworben, damit ich etwas Erfahrung sammeln kann. Man darf also gespannt sein.

752. Kalte Markt – NABU Ortenberg mit dabei

Der 752. Kalte Markt in Ortenberg ist in Oberhessen der wohl größte Markt überhaupt. Allerdings nicht mit mir als Korbmacherin, sondern mit dem und für den NABU Ortenberg bin ich als Mitglied dabei.

Der NABU Ortenberg hat seit einiger Zeit ein Projekt am Laufen, aus dem jetzigen Vereinsheim ein NABU Info- und Mitmachzentrum inkl. den 2ha Gelände zu machen. Ein Zeitaufwändiges Unterfangen und vor allem sehr kostenintensiv. 

Mit der Teilnahme am Kalten Markt über 4 Tage (27. – 30.10.2018) möchte der NABU allen Besuchern das Projekt näher bringen und auch Spenden sammeln. Dafür haben Ralf und ich am 27.10. Standdienst gemacht. Wer sich für das Projekt interessiert, der kann sich auf der Homepage des NABU Ortenberg informieren. Spenden sind natürlich auch willkommen.